18. Dez 2009 | Amerikas

Ende des Bananenstreits mit Lateinamerika

Einer der längsten Handelsdispute zwischen der EU und Lateinamerika ist beendet. Weg frei für umstrittene Freihandelsprojekte Brüssels

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Ende des Bananenstreits mit Lateinamerika

Genf. Einer der längsten Handelsdispute zwischen der Europäischen Union und den Staaten Lateinamerikas ist beendet. Am Dienstag dieser Woche einigten sich nach Angaben der Europäischen Kommission bei einem Treffen im Hauptsitz der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf die Botschafter Lateinamerikas und der EU auf die Beilegung des Streites um die Einfuhr von Bananen in die EU.

Beobachter befürchten nun, dass die Einigung die neoliberalen Freihandelspläne der EU für Lateinamerika erheblich beschleunigen wird. Bislang hatte der 15 Jahre währende "Bananenstreit" diese Abkommen verhindert.

"Die neue Entwicklung wirft einige Fragen auf", sagte im Gespräch mit amerika21.de auch Paul-Emile Dupret, der Lateinamerika-Beauftragte der linken Fraktion GUE/NGL im Europäischen Parlament in Brüssel. Unklar sei bislang nicht nur, wie die AKP-Staaten auf diese zunehmende Konkurrenz reagieren.

"Ich frage mich auch, wer für Honduras verhandelt hat", so Dupret. Schließlich sei in dem mittelamerikanischen Land nach wie vor ein international nicht anerkanntes Putsch-Regime an der Macht.

"Vor allem macht mir aber Sorge, dass nun der Weg für die Verhandlungen der EU über ein Freihandelsabkommen mit Kolumbien und Peru sowie mit den zentralamerikanischen Staaten geebnet ist".

Nach Auskunft der EU-Kommission wurde am Dienstag vereinbart, dass die EU ihre Importzölle pro Tonne Bananen aus Lateinamerika von bislang 176 Euro auf 114 Euro senkt. Den Bananen exportierenden Staaten Afrikas und der Karibik wurde zugleich ein Hilfsfonds in Höhe von 200 Millionen Euro zugesagt.

EU-Handelskommissarin Benita Ferrero-Waldner bezeichnete den Abschluss als "sehr gute Nachricht" für beide Seiten. Das Abkommen bedeute einen "Anstoß für die Gespräche der Doha-Runde und für das multilaterale Handelssystem generell".


Bild: Wikipedia