5. Feb 2009 | Kolumbien | Politik

Alle Freilassungen geglückt

Kolumbien: Dritte Gefangenen-Übergabe der FARC innerhalb einer Woche. Freigelassener kritisiert Uribe

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Bogotá. Der ehemalige Parlamentsabgeordnete Sigifredo López ist von der kolumbianischen Guerilla "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) am Donnerstag an ein Komitee unter Leitung der linken Senatorin Piedad Córdoba übergeben worden, berichtet der Nachrichtensender Telesur. Damit haben die linksgerichteten Rebellen in dieser Woche insgesamt sechs Gefangene bedingungslos freigelassen. Die Aktion war von der Guerilla im Dezember angekündigt worden.

Am Sonntag hatte die FARC bereits drei Polizisten und einen Soldaten freigelassen, am Dienstag folgte der ehemaliger Gouverneur Alan Jara. Alle Freilassungen fanden in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes und der Bewegung "Kolumbianer für den Frieden" statt. Die brasilianische Regierung hatte den Transporthubschrauber gestellt.

Noch vor kurzem hatte Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe eine internationale Beteiligung an Freilassungen der FARC abgelehnt. Er setzt auf eine militärische Lösung des Konflikts. Einen Gefangenenaustausch mit der Guerilla lehnt der Staatschef grundsätzlich ab. "Uribe hat nichts für unsere Freiheit getan", sagte Alan Jara nach seiner Freilassung. Dies bedauere er sehr. Außerdem verhindere Uribes Politik der "Demokratischen Sicherheit" immer wieder eine humanitäre Lösung.

Die erste Geiselübergabe am Sonntag war nach Provokationen des Militärs beinahe gescheitert. Nach Angaben des Journalisten Jorge Enrique Botero, der die Übergabe für die "Kolumbianer für den Frieden" begleitet hatte, wurde der brasilianische Hubschrauber von der kolumbianischen Luftwaffe verfolgt. Dies wurde später vom Militär bestätigt.

Vor einem Jahr hatten die FARC bereits mehrere prominente Geiseln freigelassen. Damals vermittelte auch die venezolanische Regierung. Im Sommer wurde die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt mit weiteren Gefangenen über ein Täuschungsmanöver von der kolumbianischen Armee befreit. Die Regierung in Bogotá hofft auf eine Schwächung der FARC, nachdem im vergangenen Jahr zudem ihr Anführer Manuel Marulanda starb und der oberste Vermittler Raúl Reyes vom Militär ermordet wurde.

Nach Einschätzung des ehemaligen Gefangenen Jara sind die FARC jedoch immer noch eine starke Organisation: "Ich weiß noch nicht, was hier über die Guerilleros der FARC geredet wird, aber in den Bergen gibt es viele von ihnen, vor allem junge," berichtete Jara. Gerade weil es so viele seinen "kann es nur eine Verhandlungslösung mit ihnen geben".

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