22. Mai 2009 | Venezuela | Wirtschaft

Weitere Verstaatlichungen in der Schwerindustrie

Besetzer von Cerámicas de Carabobo feiern ihren Erfolg. Schwerindustrie im Bundesstaat Bolívar soll neu strukturiert werden

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Caracas. Das Zulieferunternehmen der Metallindustrie Cerámicas de Carabobo wird verstaatlicht. "Die Verstaatlichung des Unternehmens wird den 190 Arbeitern und ihren Familien zugute kommen. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis." erklärte heute Leandro González, der Vertreter der Betriebsgewerkschaft. Am Vortag hatte Venezuelas Präsident Hugo Chávez die staatliche Übernahme mehrerer Zulieferer der Metallindustrie im Bundesstaat Bolívar bekannt gegeben. Der Hersteller von Keramikteilen für Hochhöfen war im Oktober letzten Jahres von etwa 200 Beschäftigten besetzt worden, nachdem die Unternehmensleitung die Arbeit einstellen ließ, um an einem anderen Standort ein neues Werk aufzubauen. Dabei sollten die bisher Beschäftigten nicht übernommen werden. Diese besetzten daraufhin die Fabrik und forderten die Übernahme des Unternehmens durch den Staat. Während der Besetzung konnte die Produktion der Schamott- und Keramikisolatoren für die metallverarbeitende Industrie der Region fortgesetzt werden. Mit Unterstützung der Gewerkschaften in den staatlichen Abnehmerbetrieben gelang es den Besetzern, die Verkaufserlöse auf ein eigenes Konto umzuleiten.

Hugo Chávez hatte am Donnerstag an einem Arbeitstreffen über die Umstrukturierung der Unternehmen der Schwerindustrie in der Stadt Guayana teilgenommen und dabei die Verstaatlichung einiger metallverarbeitender Unternehmen in der Region bekannt gegeben. Neben Cerámicas Carabobo sind das Matesi, Comsigua, Venprecar, Orinoco Iron und die Röhrenproduktion Tapsa. Die Industrieregion, in der Eisengewinnung, Stahl- und Aluminiumproduktion angesiedelt sind, soll grundsätzlich neu strukturiert werden. "Diese neue Etappe wird mit hoher Verantwortung angegangen, im Sinne einer engen Abstimmung zwischen Beschäftigten und Regierung." sagte Chávez, der außerdem betonte, dass dieser Prozess schon viel früher hätte begonnen werden müssen. Ein großer Teil der Unternehmen in dem westlichen Bundesstaat Bolívar war erst in den 1990er Jahren privatisiert worden. Das größte Stahlunternehmen der Region, Sidor, übernahm die venezolanische Regierung im letzten Jahr nach einem langen Arbeitskampf der Beschäftigten.


Bildquelle: Eva Haule

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