15. Nov 2009 | Ecuador | Kolumbien | Peru | Wirtschaft

Correa sucht Ausweg aus Energiekrise

"Energienotstand" in Ecuador soll mit Hilfe Perus überwunden werden. Kolumbien versichert Unterstützung. Parlament verurteilt Militärabkommen

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Quito. Die Maßnahmen zum Energiesparen in Ecuador werden möglicherweise zu Beginn dieser Woche gelockert. Dies teilte Ecuadors Präsident Rafael Correa am Samstag (Ortszeit) mit. Vor einer Woche hatte er den "Notstand bei der Energieversorgung" erklärt und drastische Stromsparmaßnahmen dekretiert. Wegen der derzeitigen Energieknappheit im Land gibt es Stromrationierungen und unter anderem müssen Bars und Diskotheken bis auf weiteres früher schließen.

Die Teilweise Aufhebung der Einschränkungen werde durch die Unterstützung von Peru wahrscheinlich, sagte Correa nun im Fernsehen. Lima habe die kurzfristige Erhöhung der Strom-Lieferungen an das Nachbarland versprochen. Zudem werde es leihweise Stromgeneratoren liefern. Ecuadors Staatschef dankte seinem Amtskollegen Alan García für die schnelle Hilfe. Correa kündigte zudem ein Kreditprogramm für den Kauf von Generatoren an.

Niedrige Wasserstände von Stauseen und Flüssen aufgrund einer anhaltenden Trockenheit verhindern derzeit eine hohe Auslastung von Wasserkraftwerken im Land. Diese produzieren normalerweise einen Großteil der Energie des Andenstaates. Auch die benachbarten Länder Kolumbien und Venezuela haben ähnliche Probleme. Allerdings lange nicht in dem Ausmaß wie Ecuador. Doch besonders Venezuela ist auch stark von Wasserkraft abhängig. Dort gibt es in manchen Landesteilen immer wieder Stromausfälle. Die Hauptstadt Caracas ist aber kaum betroffen.

Correa begründete in der vergangenen Woche die ecuadorianischen Notstand-Maßnahmen auch mit einem Rückgang des Stromexports aus dem Nachbarland Kolumbien, das derzeit seine Kapazitäten im Wesentlichen für die eigene Bedarfssicherung benötigt. Am Samstag kündigte Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe dann an, die Energieausfuhr wieder zu erhöhen. Dies wird von der venezolanischen Zeitung Últimas Noticias als Geste des guten Willens gewertet.

Am Vortrag waren die diplomatischen Beziehungen zwischen den Nachbarländern wieder aufgenommen worden. Beide Staaten ernannten Geschäftsträger für das jeweils andere Land. Quito hatte die Zusammenarbeit im März 2008 wegen eines kolumbianischen Militäreinsatzes auf ecuadorianischem Territorium abgebrochen. Die Armee von Uribe hatte damals ein Lager der kommunistischen FARC-Guerilla hinter der Grenze zerstört und 25 Menschen getötet, darunter der Vize-Chef der FARC, Raul Reyes.

Parlament verurteilt Militärabkommen

Allerdings gibt es schon wieder neuen Zündstoff: ebenfalls am Freitag verurteilte das Parlament von Ecuador mit großer Mehrheit das Ende Oktober unterzeichnete Militärabkommen zwischen Bogotá und Washington. Dieses sieht die Überlassung von sieben Militärstützpunkten in Kolumbien an die US-Armee vor. Erst im September war die US-Basis in der ecuadorianischen Küstenstadt Manta aufgelöst worden. Die im vergangenen Jahr reformierte Verfassung des Landes verbietet die dauerhafte Stationierung ausländischer Truppen in Ecuador.

In der aktuellen Resolution des Parlaments wird die USA aufgefordert, Details über die beabsichtigte Ausweitung seiner Militärpräsenz in Kolumbien zu veröffentlichen, berichtet der interkontinentale Nachrichtensender TeleSUR. Zudem verlangen die Abgeordneten Garantien, dass die Stützpunkte nicht "gegen andere Nationen der Region" benutzt werden. Das Abkommen solle im Rahmen von internationalen Organisationen dahingehend überprüft werden.


Bildquelle: TeleSUR

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