7. Sep 2009 | Iran | Venezuela | Politik | Wirtschaft

Strategisches Abkommen zwischen Caracas und Teheran

Venezuela liefert ab Oktober Treibstoff an Iran und unterläuft damit zukünftige Sanktionen des Westens

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Teheran. Zum Abschluss seines zweitägigen Iran-Aufenthaltes gab Venezuelas Präsident Hugo Chávez bekannt, dass sein Land ab Oktober dem Land täglich 20000 Barrel Treibstoff liefern werde. Der Comandante der Bolivarianischen Revolution sprach von einem "strategischen Abkommen". Sein iranischer Amtskollege Mahmud Ahmadinedschad sagte am Samstag nach einem gemeinsamen Treffen, Iran und Venezuela würden eine gemeinsame "antiimperialistische Front" bilden.

Zu den Eigenheiten der Islamischen Republik Iran gehört, dass das drittgrößte Land an Erdölreserven etwa vierzig Prozent seines Treibstoffbedarfs importieren muss. Auf diese Achillesferse zielen auch die verschärften Sanktionen, die die USA wegen des iranischen Atomprogramms über den UN-Sicherheitsrat unter Beteiligung Deutschlands gegen Teheran verhängen wollen. Es sei denn, die iranische Regierung gibt noch klein bei und unterwirft sich den Forderungen des Westens. Dass das nicht der Fall sein wird, wusste Chávez schon, als er am Samstagmorgen (Ortszeit) vor der Presse das iranische Atomprogramm unterstützte (amerika21.de berichtete). Den Worten ließ er am Sonntag bei der gemeinsamen Abschlusspressekonferenz mit Ahmadinedschad konkrete Taten folgen. Für die versprochenen dreissig Millionen Liter venezolanischen Treibstoff bezahlen die Iraner 800 Millionen US-Dollar. Das Geld wollen die Venezolaner in den Kauf iranischer Technologie investieren, meldet die spanische Tageszeitung El País am Montag.

Neben der konkreten wirtschaftlichen Zusammenarbeit haben Chávez und Ahmadinedschad vereinbart, auch politisch gemeinsam zu agieren. Bei einer Privataudienz beim Führer der iranischen Revolution, Ali Chamenei, sagte dieser laut El País: "Iran und Venezuela sollen den aktuellen Level ihrer Kooperation anheben und sich bis zum Äussersten anstrengen, um eine neue unabhängige Front (gegen die US-Vorherrschaft, IN) zu bilden". Bereits am Samstag hatte sich Ahmadinedschad dahingehend geäußert: "Zu den wichtigen Aufgaben des Irans und Venezuelas gehört, den unterdrückten und revolutionären Völkern zu helfen und die antiimperialistische Front zu erweitern", zitiert die Tageszeitung Iran Daily den iranischen Präsidenten. "Durch das Abschliessen bilateraler Abkommen können unsere beiden Nationen beginnen, in anderen Teilen der Welt zusammenzuarbeiten", fuhr der Iraner fort. Die Islamische Republik hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt in den Ländern der Bolivarianischen Allianz für die Völker unseres Amerikas (ALBA), wo Venezuela neben Kuba eine führende Rolle innehat, engagiert. Durch Technologietransfer und Kredite hilft sie den dortigen progressiven Regierungen, sich von der industriellen und wirtschaftlichen Ausbeutung durch die USA und die EU zu befreien.

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