4. Apr 2010 | Russland | Venezuela | Militär | Politik | Wirtschaft

Venezuela und Russland vertiefen Kooperation

Wladimir Putin in Caracas: Zusammenarbeit in Rüstung und Energiewirtschaft soll ausgeweitet werden

DruckversionEinem Freund senden

Caracas. Bilaterale Vereinbarungen über militärische und energiewirtschaftliche Kooperationsprojekte standen im Zentrum der Gespräche, die der russische Ministerpräsident Wladimir Putin am Freitag mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez in der venezolanischen Hauptstadt Caracas führte. Nach dem ersten Besuch Putins in dem südamerikanischen Land bezeichnete Chávez die unterzeichneten Verträge als "einen weiteren Schritt weg vom US-Imperialismus". Eine "neue Gleichheit" in den internationalen Beziehungen sei gestärkt worden.

Wie unser Partnerportal Venezuelanalysis.com berichtete, unterzeichnete das staatliche venezolanischen Energieunternehmen PdVSA ein Abkommen mit russischen Erdölunternehmen, um ein gemeinsames Mischunternehmen zu gründen. In Kooperation sollen vier Förderstätten im Orinoco-Becken errichtet werden, in dem die größten Erdölvorkommen des Landes liegen. Auch will die PdVSA mit dem russischen Schiffsunternehmen Sovcomflot mehrere Tanker für Erdöl- und Erdgas bauen.

Um die defizitäre Stromversorgung in dem südamerikanischen Land zu verbessern, soll der russische Energiekonzern INTER-RAOUES ein thermoelektrisches Kraftwerk mit einer Leistung von bis zu 500 Megawatt in Venezuela errichten. Als Folge der anhaltenden Trockenheit war es dort in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder zu Versorgungsengpässen und Stromabschaltungen gekommen. Obwohl das südamerikanische Land zu den größten Erdölexporteuren der Welt zählt, wird die nationale Stromversorgung fast ausschließlich von Wasserkraftwerken garantiert.

Angesichts der Stromversorgungsprobleme diskutierten Chávez und Putin auch den Bau eines Atomkraftwerkes mit russischer Hilfe. "Wir müssen uns für die Ära nach dem Erdöl vorbereiten", kommentierte Chávez das Vorhaben.

Für internationale Medienresonanz sorgte auch der Erwerb neuer Waffensysteme aus Russland. Gekauft wurden vier Hubschrauber des Typs Mi-17 und gut 90 Panzer "T-72". Nach venezolanischen Angaben stehen hinter der massiven Ausweitung der Rüstungsgeschäfte mit Moskau maßgeblich zwei Entwicklungen. Zum einen werde das Land von den USA militärisch bedroht, zum anderen beschloss Washington im Jahr 2006 ein umfassendes Rüstungsembargo gegen Venezuela - kurz nachdem die Regierung Chávez bekannt gegeben hatte, einen Sozialismus des 21. Jahrhunderts anzustreben. Mit russischer Hilfe werden seither die Armeebestände neu aufgebaut.


Bildquelle: ABN

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie unseren täglichen oder wöchtenlichen E-Mail-Newsletter » jetzt eintragen

Ähnliche Inhalte: Energie + Rüstung

Proteste gegen Ausnahmezustand in Guatemala

Gewalterfahrung mit Armee und Polizei wurden in Guatemala auch in wandbildern ve

Anwohner fordern Abzug von Polizei und Militär. Bewohner flüchten aus Angst vor Repression über die Grenze nach Mexiko. Eskalation nach Mordanschlag

Guatemala-Stadt. Organisationen von Landarbeitern und Mitgliedern der Volksgruppe der Maya in Guatemala fordern von der Regierung, den Anfang des Monats verhängten … weiter >

Deutsche Kohleimporte aus Kolumbien in der Kritik

Menschenrechtsanwalt Alirio Uribe in Berlin

Kolumbianische Menschenrechtler informieren in Deutschland über Menschenrechtsverletzungen bei der Förderung von Steinkohle in Kolumbien

Berlin. Vertreter des kolumbianischen Anwaltskollektivs José Alvear Restrepo (CAJAR) und der Indigenenorganisation "Kraft der Frauen der Wayúu" haben bei ihrer Europareise  … weiter >

YPF-Streit: Tunnelblick in Basel

Steht Argentiniens Regierung bei der geplanten Verstaatlichung alleine? Eine kurze Gegenrecherche

Basel/Buenos Aires. "Ich mach' mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt", sang Pipi Langstrump in Astrid Lindgrens Kinderbüchern. Nach dem gleichen Prinzip berichtet Sandro Benini für die Basler Zeitung über die geplante Verstaatlichung des Energieunternehmens YPF in Argentinien. Die Maßnahme stoße "überall auf Ablehnung", weiß Benini aus Mexiko-Stadt, rund 7.400 Kilometer von Buenos Aires entfernt, zu berichten. … weiter >