10. Jan 2010 | Venezuela | Wirtschaft

Venezuela bewertet Wechselkurse neu

Maßnahme soll Wirtschaftskontrolle der Regierung stärken. Direkte Einflussnahme auf Einfuhren und Exporte möglich

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Caracas. Die venezolanische Regierung will mit einer deutlichen Veränderung der Wechselkurse zwischen der Landeswährung Bolívar und dem US-Dollar die Exporte und damit die nationale Wirtschaft stärken. Das sagten Mitglieder des Regierungskabinetts und Venezuelas Präsident Hugo Chávez nach Bekanntgabe der Maßnahme am Freitag.

Demnach werden zwei verschiedene Relationen festgelegt: Für einen Dollar gibt es je nach Branche 2,6 oder 4,3 Bolívar. Zum einen werden dadurch bestimmte Exporte gefördert, auf der anderen Seite können Importe gezielt höher bewertet werden. Nach Bekanntgabe der neuen Wechselkurse kam es nach Berichten von Nachrichtenagenturen zu verstärkten Käufen von Elektrogeräten aus dem Ausland.

Nach Angaben des Planungs- und Entwicklungsministers Jorge Giordani soll mit der Neufestlegung der Wechselkurse die Binnenwirtschaft gestärkt und wettbewerbsfähiger gemacht werden. Kritik der Opposition, von deren Seite die Maßnahme mit dem sogenannten Schwarzen Freitag 1983 verglichen wurde, wies Giordani zurück. "Sie hoffen, dass unsere Maßnahmen - wie ihre in der Vergangenheit - in die Sackgasse führen", sagte der Minister auf dem ersten Kongress der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) im neuen Jahr. Giordani erinnerte daran, dass Inflation und Rezession gerade unter der Präsidentschaft des Christdemokraten Luis Herrera Campins in der ersten Hälfte der 1980er Jahre massiv angestiegen war.

Nach Angaben des Ministers sind in den vergangenen Jahren aus den Erdöleinkünften und von der Zentralbank umgerechnet 60 Milliarden US-Dollar in Infrastrukturmaßnahmen geflossen. Die Neubewertung der Wechselkurse solle diese Politik nun nachhaltig absichern, indem die Regierung direkt auf die Wirtschaftsentwicklung Einfluss nehmen kann.


Bildquelle: venezuelanalysis.com

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