8. Jun 2010 | Venezuela

Caracas reduziert Rüstungskäufe drastisch

Stockholmer Friedensinstitut: Venezuela führendes lateinamerikanisches Land bei Senkung der Militärausgaben

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Caracas. Laut dem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht des Stockholmer Institutes für Friedensforschung (SIPRI) hat Venezuela seine Militärausgaben im lateinamerikanischen Vergleich im Jahre 2009 am stärksten reduziert. Gegenüber dem Vorjahr gingen diese Ausgaben demnach um gut 25 Prozent zurück.

Vergleicht man die militärischen Gesamtausgaben der Staaten Lateinamerikas in absoluten Zahlen, rangiert "Venezuela an fünfter Stelle mit 3,254 Milliarde US-Dollar, einem Viertel weniger der im Jahre 2008 dafür verwendeten Mittel", berichtete die spanische Nachrichtenagentur EFE unter Bezugnahme auf den SIPRI-Bericht.

Brasilien erhöhte mit einem Gesamtvolumen von 27,1 Milliarden US-Dollar die Militärausgaben mehr als jedes andere lateinamerikanische Land. Der Zuwachs entspricht hier 16 Prozent.

Auf Brasilien folgte im gleichen Zeitraum Kolumbien mit einem Zuwachs von elf Prozent.

In Relation zum Bruttosozialprodukt hat Kolumbien mit 3,7 Prozent die höchsten Militärausgaben von allen Ländern der Region, so SIPRI.

Kolumbien liegt damit um zwei Zehntelprozent vor dem an zweiter Stelle platzierten Chile, gefolgt von Ecuador mit 1,5 Prozent, Venezuela mit 1,4 Prozent, und Uruguay mit 1,3 Prozent. Der amerikanische Doppelkontinent wies die höchsten Rüstungsausgaben für 2009 auf, vor allem aufgrund der USA, die mit enormen 661 Milliarden US-Dollar rund 43 Prozent des weltweiten Gesamtvolumens ausmacht.

Die von SIPRI veröffentlichten Daten widersprechen der durch rechte Medienkonzernen geschürten Meinung, der zufolge sich Venezuela in einem "Rüstungswettlauf" befindet.

Kürzlich erst hatte der US Staatssekretär im US-Außenministerium, Arturo Valenzuela, geäußert, sein Land - der größte Käufer und Verkäufer von Waffen weltweit - sei "besorgt, ob des aggressiven Diskurses und Rüstungswettlaufs seitens der venezolanischen Regierung".

Etwaige "Kriegsgefahren oder Einmischungen von Ländern, möglicherweise Unterstützer für terroristische Gruppierungen sind, können von uns nicht toleriert werden", so Valenzuela in einem Universitätshörsaal in Kolumbien, dem Land also, das insgesamt sieben Militärstützpunkte Washingtons beherbergt. Letzteres aufgrund eines Abkommens, das von vielen regionalen Akteuren als Verletzung der nationalen Souveränität Kolumbiens erachtet wird.


Bildquelle: SIPRI

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