31. Mär 2010 | Kuba

Google schaltet Kuba-Blog wieder frei

Nach Protesten wurde Zugang für kubanischen Journalisten wieder freigegeben. Konzernvertreter: Keine politische Entscheidung

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Berlin/Havanna. Vier Tage nach der Sperrung seines E-Mail-Kontos und seines Blogs (Internettagebuchs) durch das US-amerikanische Internetunternehmen Google Inc. konnte der kubanische Journalist und Publizist Enrique Ubieta am Mittwoch wieder auf beide Dienste zugreifen. Seine Kritik an dem Unternehmen hält er dennoch aufrecht. Der Versuch der politischen Zensur sei nicht ausgeräumt wurden, so Ubieta in Havanna.

Zuvor hatte ein Sprecher des Google-Konzerns für Lateinamerika, Daniel Helft, von der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires aus zu den Vorwürfen aus Havanna Stellung bezogen, die in der Kuba- und Bloggerszene zuvor international für Aufsehen gesorgt hatten.

Die Löschung des stark gelesenen politischen Blogs aus Kuba habe keine politischen Gründe gehabt, sondern sei "völlig automatisch" vonstatten gegangen, so Helft gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Unternehmensvertreters hatten automatische Programme Ubietas Blog mittels eines so genannten Spamfilters gesperrt, der unerwünschte Werbung im Internet unterbinden soll. Mitarbeiter, die eine politische Entscheidung hätten treffen können, seien nicht involviert gewesen.

Ubieta betreibt von Havanna aus die Seite "La Isla desconocida", ein politisches Internettagebuch, in dem er zuletzt die international negative Berichterstattung über Kuba kritisch kommentierte. Nach einigen entsprechenden Beiträgen waren sein Blog und sein E-Mail-Konto bei dem US-Konzern Google am Samstag nicht mehr zu erreichen.

In einer per E-Mail verbreiteten Nachricht, die auch amerika21.de vorliegt, zeigte sich Ubieta skeptisch. Eine solche technische Erklärung sei ihm auch in einer rückdatierten Mail automatisch weitergeleitet worden, nachdem sein Zugang wieder aktiviert wurde, so der Journalist, der die Erklärung des US-Unternehmens als "nicht überprüfbar" bezeichnete. Das Unternehmen habe zudem erst reagiert, als der Fall international für Aufsehen sorgte. Auf persönlichen Anfragen habe er keine Reaktion erhalten.

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