8. Mai 2010 | Ecuador

Gegen Diskriminierung Behinderter

Sanktionen für Großunternehmen in Ecuador, die keine Menschen mit Behinderungen einstellen

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Quito. Das Arbeitsministerium in Ecuador hat nach Aussage des zuständigen Ministers Richard Espinosa erstmals Strafen gegen Großunternehmen verhängt, die einer gesetzlich vorgeschriebenen Einstellung von Arbeitern mit Behinderungen nicht nachgekommen sind. Das Arbeitsrecht in Ecuador sieht vor, dass in Betrieben ab 25 Beschäftigten mindestens vier Prozent Behinderte einzustellen sind.

Bei den nun sanktionierten Betrieben handelt sich um neun Unternehmen, darunter die "Banco de Pichincha", die größte Bank des Landes. Anstelle von 168 Menschen, wie gesetzlich vorgeschrieben, finden sich nur 23 Personen im gesamten Unternehmen, auf die die gesetzlich definierten Kriterien zutreffen. Nach einem administrativen Verfahren wurde gegen die Bank eine Strafe von umgerechnet 348.000 US-Dollar verhängt. Dem Finanzunternehmen wurde zudem ein Monat Zeit gegeben, um die Quote zu erfüllen.

Die Rechte von Menschen mit Behinderung werden in Ecuador erstmals in der Geschichte des Landes zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte gemacht. Der Vizepräsident Ecuadors, Lenin Moreno, sitzt im Rollstuhl und zeigt anschaulich, dass auch Menschen mit schwerer Behinderung außerordentlich leistungsfähig sein können. Moreno, laut Umfragen übrigens die beliebteste Person der Linksregierung, treibt das Thema Behindertenintegration voran und hält es auch in der Öffentlichkeit präsent.


Bildquelle: American Disability Association

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