Katholiken in Chiapas begrüßen Schweigemarsch der EZLN

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Katholische Basisaktivisten vom "Pueblo Vreyente"
Katholische Basisaktivisten vom "Pueblo Vreyente"

San Cristóbal de las Casas, Mexiko. Zwischen 10.000 und 15.000 Katholiken haben sich vor wenigen Tagen zu einem Pilgermarsch in der südmexikanischen Kleinstadt San Cristóbal de Las Casas versammelt. Die meist Indigenen waren aus den verschieden Teilen des Bistums angereist, zu dem die Organisation "Gläubiges Volk" (Pueblo Creyente) gehört. Sie erinnerten damit an den zweiten Jahrestag des Todes von Samuel Ruiz García, dem ehemaligen Bischof von San Cristóbal (1960-2000). Zugleich wiesen sie auf die Probleme der vor allem indigen geprägten Region hin.

Die katholischen Aktivisten begrüßten zudem einen Schweigemarsch der Rebellenorganisation EZLN vom vergangenen 21. Dezember. Die Demonstration sei ein "unmissverständliches Zeichen ihres Willens für den Frieden", urteilten die katholischen Basisaktivisten.

Zugleich kritisierten sie einen von der mexikanischen Bundesregierung angekündigten "Kreuzzug gegen den Hunger". Die Initiative kümmere sich nicht um die strukturellen Probleme des Landes, hieß es seitens der Demonstranten.

Auch der Bergbau in der Region traf auf den Widerstand der Mitglieder des "Gläubigen Volkes". In einem offenen Brief wandten sie sich an den kanadischen Premierminister, um an das Recht der indigenen Bevölkerung auf Konsultation zu erinnern. Ebenso sprachen sie sich gegen geplante Staudämme in zwei Gemeinden im Hochland von Chiapas aus. Auch Ernährungssouveränität sowie die Ablehnung von chemischen Düngern und einer auf Monokultur basierten Landwirtschaft gehörten zu den angesprochenen Themen.

Bereits bei früheren Gelegenheiten hatten die katholischen Basisaktivisten Pilgermärsche in San Cristóbal durchgeführt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen und ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

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