Paraguay: Über 400.000 Kinder und Jugendliche müssen arbeiten

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Kinderarbeit in Paraguay
Kinderarbeit in Paraguay

Asunción. Kinderarbeit ist in Paraguay weit verbreitet, wie nun ein Bericht des staatlichen Institutes für Statistik (DGEEC) belegt. Insgesamt 21,3 Prozent aller Kinder und Jugendlichen zwischen fünf und 17 Jahren gingen demnach im Jahr 2011 Beschäftigungen nach, die von der Behörde als "gefährliche Kinderarbeit" eingestuft werden. Dazu zählen laut dem Institut Arbeiten, die physische und psychische Schäden bei den jungen Menschen verursachen können sowie solche, durch die der Schulbesuch verhindert wird. Über sieben Prozent aller Kinder unter zehn Jahren müssten solche Arbeiten verrichten. In der Altersgruppe zwischen zehn und 13 Jahren sind es dem Bericht zufolge sogar 23,4 Prozent. In Paraguay liegt das Mindestalter für Erwerbsfähigkeit wie in Deutschland bei 14 Jahren.

Knapp die Hälfte der betroffenen Kinder arbeitete laut DGEEC im landwirtschaftlichen Sektor. Weitere 20 Prozent, über 83.000 Kinder, müssen im Handel, in Restaurants und Hotels schuften. Oftmals werden sie dafür nicht einmal bezahlt. Bei den arbeitenden Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren war dies sogar bei über 42 Prozent der Fall. Insgesamt 15 Prozent der jungen Opfer wurden durch die Arbeit am Schulbesuch gehindert. Weitere zwölf Prozent sahen sich bei der Arbeit verschiedenen Formen von psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt. Dazu zählt das Statistikamt Beleidigungen, aber auch das Verweigern der Lohnzahlungen oder der Ernährung.

Laut dem Bericht der DGEEC leben in Paraguay insgesamt knapp 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren. 39 Prozent der Gesamtbevölkerung sind 19 Jahre oder jünger. In Deutschland machte diese Altersgruppe im Jahr 2010 laut dem Statistischen Bundesamt etwa 17 Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

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