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29.07.2013 Lateinamerika / Medien

Telesur seit acht Jahren auf Sendung

Lateinamerikas internationaler Fernsehkanal feiert achtjähriges Jubiläum. Telesur ist zu einer Referenz im Medienbereich geworden
Logo von Telesur

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Quelle: Telesur

Caracas. Der lateinamerikanische Fernsehsender Telesur hat am 24. Juli sein achtjähriges Bestehen gefeiert. Der Kanal war 2005 auf Initiative der damaligen Präsidenten Venezuelas und Kubas, Hugo Chávez und Fidel Castro, als Alternative des Südens zu den US-amerikanischen Sendern CNN und Univisión gegründet worden. Mit dem Motto "Unser Norden ist der Süden" – wobei "Norden" auf Spanisch zugleich "Ziel" und "Orientierung" bedeutet – versteht sich Telesur als "Kanal für die Integration Lateinamerikas". Der Sender beschreibt auf seiner Internetseite den "Kampf der Völker für den Frieden, die Selbstbestimmung, die Respektierung der Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit" als leitende Prinzipien.

Die Leitung von Telesur ist multinational besetzt. Aktionäre des Senders sind die Regierungen von Argentinien, Bolivien, Ecuador, Kuba, Nicaragua, Uruguay und Venezuela. Ein Teil des Programms wird für den Empfang in Brasilien zudem auf Portugiesisch ausgestrahlt. Der Beirat des Unternehmens setzt sich aus angesehenen Persönlichkeiten aus Journalismus und Kultur zusammen, unter anderem dem argentinischen Nobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel, dem uruguayischen Schriftsteller Eduardo Galeano und dem spanischen Journalisten Ignacio Ramonet.

In den 483.963 Stunden, die der Kanal während der letzten acht Jahre auf Sendung war, hat sich Telesur als fester Bestandteil der lateinamerikanischen Medienszene etabliert. Das Programm des Senders beinhaltet aktuelle Berichterstattung, politische Hintergrundberichte, Interviews sowie Beiträge über soziale, kulturelle und religiöse Themen. Zudem hat Telesur eine eigene Sportredaktion, die über Spitzen- und Breitensport in der Region berichtet. Ein Netz von über 20 Korrespondentinnen und Korrespondenten auf allen Kontinenten versorgt die Zuschauer mit Nachrichten aus aller Welt.

Telesur spielte eine wichtige Rolle bei Ereignissen wie dem Staatsstreich gegen den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya in Honduras 2009, als es als einziger Sender über den Widerstand gegen den Putsch berichtete. Mehrere Journalisten des Informationskanals wurden damals festgenommen, um eine weitere Berichterstattung zu verhindern. Von großer Bedeutung waren ebenfalls die Live-Berichte aus Ecuador während dem versuchten Staatsstreich gegen Präsident Rafael Correa im Jahr 2010. Auch internationale Ereignisse wie der Krieg in Libyen 2011 wurden von Telesur abgedeckt. Damals war das Team des südamerikanischen Senders das erste, das direkt aus der Hauptstadt Tripolis berichtete und exklusive Bilder lieferte.

In den vergangenen Jahren ist der Fernsehkanal verschiedene Kooperationen mit anderen Medien eingegangen. So stand Telesur beim Aufbau der öffentlich-rechtlichen Fernsehstation Ecuador TV Pate und arbeitet eng mit den staatlichen Sendern Venezuelas und anderer Mitgliedsländer zusammen. Seit 2006 besteht zudem ein Kooperationsabkommen mit dem arabischen Sender Al-Jazeera, das etwa die gemeinsame Ausbildung von Journalisten und den Austausch bestimmter Inhalte umfasst und seither mehrmals erweitert wurde.

Die Arbeit von Telesur wurde verschiedentlich von Regierungsvertretern der lateinamerikanischen Staaten gewürdigt. Der Journalist Abraham Istillarte, wurde jüngst für seine Nachrichtensendung "Temas al Día" mit dem venezolanischen Journalismuspreis ausgezeichnet. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sandte zum Jubiläum Glückwünsche an den Sender und hob die Bedeutung von Telesur für Lateinamerika hervor: "Telesur erlaubt der Welt, die Wahrheit über Lateinamerika zu erfahren; die Wahrheit darüber, was wir hier tun, was wir hier erschaffen", sagte Maduro anlässlich eines öffentlichen Auftritts in Caracas.

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