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Mexiko: US-Soldaten als Auftragsmörder der Drogenkartelle

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Beliebt bei den mexikanischen Drogenkartellen: professionell geschulte US-Soldaten
Beliebt bei den mexikanischen Drogenkartellen: professionell geschulte US-Soldaten

Mexiko-Stadt. Wie aus einem vertraulichen Bericht des FBI vom April diesen Jahres hervorgeht, kommt es immer häufiger zu gezielten Anwerbungen US-amerikanischer Soldaten durch mexikanische Drogenkartelle. Für eine Bezahlung von mehreren Tausend Dollar führten die professionell geschulten Soldaten Auftragsmorde durch oder trainierten die Mitglieder der Organisationen, so Sicherheitsexperten laut Fox News.

Schon seit mehreren Jahren lässt sich eine starke Kooperation zwischen mexikanischen Drogenkartellen und Akteuren in den USA, dem Hauptabnehmerland für Drogen, beobachten. Dabei wird vor allem mit Banden in den Südstaaten zusammengearbeitet, die beim Drogenschmuggel und dem Ausschalten von Gegnern benötigt werden. Dass diese Zusammenarbeit auch die US-amerikanische Armee erreicht habe, sei "sehr besorgniserregend", so Sicherheitsexperte Fred Burton, Vizepräsident von STRATFOR Global Intelligence.

In den vergangenen Wochen wurden mehrere Fälle publik, in denen Angehörige der US-Streitkräfte von mexikanischen Drogenkartellen angeworben worden waren. So verurteilte ein texanisches Gericht am 25. Juli den 22-jährigen Soldaten Michael Apodaca zu lebenslanger Haft, nachdem dieser gestanden hatte, für den Mord an einem Informanten der US-Einwanderungsbehörde im Mai 2009 die Summe von 5.000 US-Dollar vom Juarez-Kartell erhalten zu haben.

In einem weiteren Fall wurde Leutnant Kevin Corley festgenommen, da er im November 2012 das Angebot des Los Zetas-Kartells angenommen hatte, für 50.000 Dollar und fünf Kilogramm Kokain eine Drogenrazzia anzuführen und einen Auftragsmord zu begehen. Zudem hatte er angeboten, die Mitglieder der Organisation in taktischen Fragen auszubilden und Waffen aus dem Arsenal der US-Armee zu entwenden.

Auch andere Morde an Gegnern der Kartelle lassen vermuten, dass hinter ihnen Angehörige der US-Armee stecken. Gerade die hochgradig professionelle Art der Durchführung ließe diesen Schluss zu, sagte der Polizeichef von Southlake, Stephen Mylett. In Southlake war im Mai die Leiche des 43-jährigen ehemaligen Anwalts des Golf-Kartells, Juan Gerrero-Chapa,im Parkhaus einer Shopping-Mall gefunden worden.

In seinem Bericht warnt das FBI davor, dass speziell das Los Zetas-Kartell seine Bemühungen um die Rekrutierung von US-Soldaten weiter verstärken könnte. Das würde zu einem weiteren Ansteigen der Gewalt an der südwestlichen Grenze der USA führen.

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