Dank für Hilfe Venezuelas und Kubas in Westsahara

Menschenrechtlerin Haidar betont Solidarität für die Menschen in dem von Marokko besetzten Gebiet. Kuba führt humanitäre Hilfe fort

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V.l.n.r.: Abgeordnete Sevim Dagdelen, Gregor Gysi, Fraktionsreferent Joachim Schmidt, Axel Goldau (Vorsitzender Freiheit für die Westsahara e.V.), Übersetzerin Regina Dietzold und Aminatou Haidar, Präsidentin der CODESA
V.l.n.r.: Abgeordnete Sevim Dagdelen, Gregor Gysi, Fraktionsreferent Joachim Schmidt, Axel Goldau (Vorsitzender Freiheit für die Westsahara e.V.), Übersetzerin Regina Dietzold und Aminatou Haidar, Präsidentin der CODESA

Berlin. Die saharauische Menschenrechtsaktivistin und Vorsitzende der Organisation CODESA, Aminatou Haidar, hat bei einem Besuch im Deutschen Bundestag die humanitäre Hilfe südamerikanischer Staaten für die Westsahara hervorgehoben. Zugleich kritisierte die international bekannte Aktivistin die Untätigkeit Deutschlands und der Europäischen Union angesichts der Menschenrechtsverletzungen gegenüber der Bevölkerung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS), deren Gebiet seit Mitte der siebziger Jahre von Marokko besetzt gehalten wird.

"Vor allem in den Flüchtlingslagern sind die Menschen total auf Hilfe von außen angewiesen", sagte Haidar, die vor ihrem Besuch in Berlin in der Hansestadt Bremen einen Menschenrechtspreis entgegengenommen hatte. Die humanitäre Situation in der Westsahara bezeichnete sie gegenüber amerika21.de als äußerst prekär. "Es gibt in den besetzten Gebieten nur zwei Krankenhäuser", so Haidar. Und selbst in diesen Hospitälern gebe es Diskriminierung gegen Saharauis. Wichtig sei daher die medizinische Ausbildung und Bildungsprogramme, die mit Unterstützung aus Südamerika, hauptsächlich aus Venezuela und Kuba, aufrechterhalten werden, so Haidar, die auf Initiative der Linkspartei-Abgeordneten Sevim Dagdelen nach Berlin gekommen war.

Linksgerichtete Staaten Lateinamerikas haben sich in den vergangenen Jahren innerhalb internationaler Gremien, vor allem der UNO, verstärkt für die Dekolonisierung der Westsahara ausgesprochen. Vor allem Kuba lässt der saharauischen Bevölkerung seit Jahrzehnten humanitäre Hilfe zukommen. Die Westsahara gehört zu einem der Gebiete, denen Kuba auch nach einer jüngsten Umstrukturierung der medizinischen Hilfsprogramme weiterhin kostenfreie Unterstützung zugesagt hat.

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Mitte September 2011 hatte der Präsident der DARS, Mohamed Abdelaziz, die weiterführende Schule "Escuela Secundaria Simón Bolívar" im algerischen Flüchtlingslager Smara eingeweiht. Sie war in Zusammenarbeit mit Kuba und Venezuela aufgebaut worden. Bei der feierlichen Eröffnung waren auch der Botschafter Venezuelas, Hector Michel Mujica und der Botschafter Kubas in Algerien, Eumelio Caballero Rodríguez, sowie weitere diplomatische Vertreter aus Nigeria, Südafrika und Angola anwesend.

Wegen der Unterstützung der DARS und der Befreiungsbewegung Polisario durch die sozialistische Regierung Venezuelas hatte Marokko Anfang 2009 die Schließung seiner Botschaft in Caracas angekündigt. Die marokkanische Nachrichtenagentur MAP berichtete damals, die Entscheidung sei als Reaktion auf die "wachsende Feindseligkeit" Venezuelas gegenüber der "territorialen Integrität des Königreiches" getroffen worden. Tatsächlich besteht die Botschaft Marokkos in Venezuela aber bis heute weiter, wie amerika21.de telefonisch bestätigen konnte.

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