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11.12.2013 Brasilien / Kuba / Südafrika / Politik

Castro und Rousseff bei Trauerfeier für Mandela

Kubas Präsident betont Vorbildfunktion von Mandela für Integrationsprozess in Lateinamerika. Begegnung mit Obama sorgt für Schlagzeilen
Sorgte für Schlagzeile: Händedruck zwischen Obama und Castro

Sorgte für Schlagzeile: Händedruck zwischen Obama und Castro

Quelle: Screenshot https://www.youtube.com/watch?v=F1AMsCdMy3M

Johannesburg. Anlässlich der offiziellen Trauerfeier für Nelson Mandela am Dienstag dieser Woche im südafrikanischen Johannesburg waren über 90 Delegationen nach Südafrika gereist. Die zentralen Trauerreden wurden von sechs ausländischen Staatsoberhäuptern gehalten, unter anderem vom kubanischen Präsidenten Raúl Castro und der brasilianischen Staatschefin Dilma Rousseff. Zudem sprachen US-Präsident Barack Obama, der chinesische Vizepräsident Li Yuanchao sowie die Präsidenten Namibias und Indiens, Hifikepunye Pohamba sowie Pranab Mukherjee. Raúl Castro wurde vom Moderator eingeführt mit den Worten: "Nun kommt der Repräsentant einer kleinen Insel, die uns alle befreit hat."

In seiner kurzen Rede legte Castro Wert auf den revolutionären Kampf des Verstorbenen: "Nelson Mandela ist ein unübertroffenes Vorbild für Lateinamerika und die Karibik, die voranschreiten auf dem Weg zu Einheit und Integration zum Wohle der Völker unter Anerkennung ihrer Vielfältigkeit", sagte Castro in seiner zehnminütigen Rede im FNB-Stadion in Soweto im Südwesten von Johannesburg.

Der kubanische Präsident verwies auch auf Mandelas enge Freundschaft mit Fidel Castro, den er am Ende seiner Rede mit den Worten zitierte: "Nelson Mandela wird nicht für die 27 Jahre in die Geschichte eingehen, die er, ohne jemals seine Ideen aufzugeben, eingesperrt war; er wird in die Geschichte eingehen, weil er fähig war, seine Seele von all dem Gift zu befreien, das diese ungerechte Strafe mit sich brachte." (Lesen Sie hier die gesamte Rede)

Brasiliens Präsidentin Rousseff sagte, Mandelas Kampf gegen den Rassismus "wird sich in ein Musterbeispiel nicht nur für diesen Kontinent, sondern für alle Völker, die für Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit kämpfen, verwandeln". Auch der chinesische Vizepräsident Li Yuanchao drückte seine Bewunderung für den Kämpfer gegen die Apartheid aus: "Wir sind zutiefst bestürzt über den Verlust eines solch großartigen Freundes", sagte er. US-Präsident Obama würdigte das Leben des Südafrikaners sowie seinen Kampf gegen Ungerechtigkeit und die HIV-Seuche. In seiner Rede warf er anderen Ländern Heuchelei im Umgang mit Mandelas Erbe als Freiheitskämpfer vor.

Auf dem Weg zum Podium begrüßte Obama die anderen Redner, wobei es zu einem Händedruck mit Raúl Castro kam. Es war die erste direkte Begegnung eines amtierenden US-Präsidenten mit seinem kubanischen Amtskollegen seit über zehn Jahren. Zuletzt hatte William Clinton im Jahr 2000 Fidel Castro bei dem Millenniums-Gipfel der Vereinten Nationen in New York die Hand gereicht. Er hatte dies angesichts aufbrandender Kritik später damit erklärt, dass die Begegnung zufällig gewesen sei und die Initiative von dem Kubaner ausgegangen sei.

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