Tragisches Jahr für Journalismus in Lateinamerika und der Karibik

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Medienarbeit unter Bedrohung
Medienarbeit unter Bedrohung

Mexiko-Stadt. Mit 29 getöteten und vier unter gewaltsamen Umständen verschwundenen Journalisten in neun Ländern hat die Region Lateinamerika und Karibik für das Berichtsjahr 2013 eine Tragödie zu verzeichnen. Am vergangenen Freitag informierte darüber ein Bericht der Kommission zur Untersuchung von Verbrechen gegen Journalisten (CIAP). Die Kommission wurde durch die Vereinigung lateinamerikanischer Journalisten (Felap) ins Leben gerufen. Diese Nichtregierungsorganisation vertritt mehr als 80.000 Journalisten und ist mit der UNESCO verbunden.

Mexiko und Brasilien führen die Liste mit jeweils sieben ermordeten Journalisten und Medienarbeitern an, für Mexiko sind zudem vier Fälle des Verschwindenlassens registriert. Es folgen Guatemala, Kolumbien und Honduras mit vier Fällen in jedem Land, Ecuador, Peru und Nikaragua mit je einem Fall. Darüber hinaus zählt die Kommission hunderte versuchte Attentate, Morddrohungen und verschiedenste Angriffe gegen Journalisten.

Der Bericht hebt hervor, dass diese Verbrechen in Regionen geschehen, in denen keine erklärten Kriege geführt werden.

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Mechanismen zum Schutz von Medienarbeitern per Gesetz oder Regierungsinitiative seien zwar vorangebracht worden. Dies hat jedoch offensichtlich nicht die unverändert bedrohliche Lage für Medienschaffende verbessert. Nach den Statistiken der CIAP-Felap über die vergangenen sieben Jahre wurden in diesem Zeitraum 228 Journalisten getötet: 27 im Jahr 2007, 26 im Jahr 2008, 32 im Jahr 2009, 40 im Jahr 2010, 39 im Jahr 2011, 30 im Jahr 2012 und 33 im Jahr 2013.

Entsprechend beklagt der Bericht insbesondere die verbreitete Straflosigkeit. In Kolumbien beispielsweise läge die Rate der Straflosigkeit in diesem Bereich bei 45 Prozent. Die Verbrechen bezweckten Zensur und Selbstzensur und entfalteten ihre Wirkung, da die Medienschaffenden befürchten müssten, zum nächsten Opfer zu werden. Die Autoren zitieren eine Untersuchung über Guatemala, der sie für die gesamte Region Gültigkeit zusprechen. Demnach stünden hinter den Grundrechtsverletzungen unter anderen "Parallelmächte, organisierte Kriminalität, selbstherrliche Behörden, korrupte Beamte, unfähige oder ihre Macht missbrauchende Sicherheitskräfte und rücksichtslose Siedler".

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen habe am 27. November eine einstimmige Entschließung zur "Sicherheit von Journalisten und der Frage der Straflosigkeit" angenommen. Diese fordere eine Verbesserung der Sicherheit der Medienschaffenden und erkläre den 2. November zum "Internationalen Tag für ein Ende der Straflosigkeit bei Verbrechen gegen Journalisten", erinnert Felap abschließend.

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