Hohe Freiheitsstrafen wegen Massakers an Landlosen

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Die braslianische Landlosenbewegung setzt den Kampf für eine gerechte Lösung der Agrarfrage fort
Die braslianische Landlosenbewegung setzt den Kampf für eine gerechte Lösung der Agrarfrage fort

Belo Horizonte. Im Prozess wegen des Massakers bei Felisburgo im Hinterland von Minas Gerais im Jahr 2004 sind weitere Urteile gefällt worden. Zwei der Angeklagten erhielten am 24. Januar Freiheitsstrafen von jeweils 102 Jahren Gefängnis. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Agencia Púlsar. Die beiden seien des Mordes und der Brandstiftung während eines Überfalls auf ein Camp der Landlosenbewegung MST für schuldig befunden worden. Dabei waren am 20. November 2004 fünf Menschen ums Leben gekommen und zwölf wurden verletzt. Insgesamt wurden 27 Häuser und eine Schule durch die Handlanger des Großgrundbesitzers Chafik Luedy in Brand gesetzt. Im Mai 2002 hatten rund 230 Familien Teile der Hacienda "Nova Alegria" besetzt, um sie zu bearbeiten. Zuvor hatte das bundesstaatliche Institut für Landfragen das Land als brach liegend eingestuft.

Vertreter der MST äußerten sich sehr zufrieden über das Urteil. Dieses erzeuge ein Gefühl von Gerechtigkeit. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass die Bedrohung von Aktivisten und Landarbeitern weiter bestehe, so lange noch Täter frei blieben. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte einer der Zeugen und Überlebenden des Massakers vor Gericht ausgesagt, dass das Klima der Bedrohung in der Region nach wie vor bestehe.

Im Oktober 2013 wurde bereits Adriano Chafik Luedy zu einer Freiheitsstrafe von 115 Jahren verurteilt. Das Gericht des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais sah es als erwiesen an, dass er den Überfall auf das Camp auf der Hacienda "Nueva Alegría" nahe der Ortschaft Felisburgo anordnete und selbst daran beteiligt war. Einer der insgesamt fünf Angeklagten in dem Verfahren ist mittlerweile verstorben.

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