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Millionen Dollar Rücküberweisungen von Emigranten

Cover des MIF-Berichtes

Cover des MIF-Berichtes

Quelle: fomin.org

Washington D.C. Die sogenannten Rücküberweisungen von lateinamerikanischen und karibischen Migranten haben sich im vergangenen Jahr stabilisiert. Nach einem aktuellen Bericht des Multilateralen Investitionsfonds (MIF), der der Gruppe der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) angehört, wurden wie schon 2012 rund 61 Millionen US-Dollar von Migranten nach Lateinamerika und in die Karibik überwiesen. Dies ist zwar immer noch weniger als vor der Finanzkrise von 2009 (knapp 65 Millionen US-Dollar), allerdings haben sich die Zahlen seitdem wieder deutlich erholt.

Bis 2008 waren die Rücküberweisungen ein Jahrzehnt lang um rund 17 Prozent jährlich angestiegen und dann mit der internationalen Finanzkrise um über zehn Prozent zurückgegangen.

Zwischen den einzelnen Staaten gibt es jedoch Unterschiede bezüglich der Zahlungen der Emigranten. Während nach Zentralamerika und in die Karibik immer mehr Rücküberweisungen fließen, gehen die Zahlungen nach Mexiko und Südamerika zurück.

Die USA erweisen sich als Ausgangspunkt von rund drei viertel aller Zahlungen, wobei dort 54 Prozent aller lateinamerikanischen Migranten aus Mexiko stammen und rund 14,5 Prozent aus Zentralamerika. Dementsprechend ist Mexiko auch weiterhin das Land, welches die höchsten Zahlungen von Migranten im Ausland erhält (rund 21,6 Millionen US-Dollar jährlich), gefolgt von Guatemala (5,1 Millionen), El Salvador (4 Millionen), der Dominikanischen Republik (3,4 Millionen) und Ecuador (2,45 Millionen). Dabei haben die karibischen Staaten inzwischen wieder die Zuwachsraten von vor der Krise erreicht.

Die zweite wichtige Quelle von Rücküberweisungen, vor allem für die Andenländer, ist Spanien, wobei sich hier die Zahlungen entsprechend der schwierigen Wirtschaftslage bisher weniger gut erholt haben. Dort leben inzwischen fast eine Million Migranten aus Lateinamerika und der Karibik, von denen momentan rund 65 Prozent eine Arbeitsstelle haben.

Die Direktorin des MIF, Nancy Lee, betonte bei der Vorstellung des Berichts, dass die Rücküberweisungen weiterhin eine wichtige Einkommensquelle für Millionen armer Familien seien. Diese bräuchten dringend einen besseren Zugang zu Finanzinstrumenten, die es ihnen ermöglichten, das Geld zu sparen und in zukunftsträchtige Bereiche wie Bildung, Wohnraum und wirtschaftliche Selbstständigkeit zu investieren, so Lee weiter.

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