Puerto Rico / Politik

UN-Komitee fordert erneut Unabhängigkeit für Puerto Rico

puerto-rico-libre.jpg

"Es lebe das freie Puerto Rico"
"Es lebe das freie Puerto Rico"

New York. Das Komitee für Entkolonialisierung der Vereinten Nationen hat am Montag eine Resolution angenommen, die das Recht Puerto Ricos auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit bekräftigt. Die Karibikinsel ist seit 116 Jahren von den USA besetzt und hat seit Juli 1952 den Status eines "frei assoziierten Staates der USA" mit einem gewissen Grad an Autonomie.

Die von Kuba, Venezuela, Nicaragua, Ecuador und Bolivien eingebrachte Resolution fordert Washington erneut auf zuzulassen, dass "das puertoricanische Volk sein unveräußerliches Recht auf Selbstimmung und Unabhängigkeit ausübt sowie souveräne Entscheidungen hinsichtlich seiner ökonomischen und sozialen Bedürfnisse trifft - im Einklang mit der Proklamation der Generalversammlung der UN im Jahre 1960, den Kolonialismus auf der Welt zu beenden."

Gefordert wird außerdem die Freilassung der beiden "puertoricanischen Unabhängigkeitskämpfer" Oscar López Rivera und Norberto Gonzalez Claudio, die seit über 30 Jahren in den USA inhaftiert sind.

Puerto Rico sei "lateinamerikanisch und karibisch" betont der Text. Dies sei von Bedetutung, "um den US-amerikanischen Diskurs zu neutralisieren, der das Thema als interne Angelegenheit behandelt", so Wilma Reverón Collazo, die Vizepräsidentin der Nationalen Unabhängigkeitsbewegung Puerto Ricos (MINH). Die Mehrheit der Bevölkerung lehne den aktuellen Status der Insel ab. Dieser verhindere auch autonome Entscheidungen, die für die Lösung der schwerwiegenden sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Insel notwendig seien.

Der kubanische UN-Botschafter, Oscar Leon, zeigte sich erfreut, dass die Resolution durch Konsens aller Mitglieder des Ausschusses angenommen wurde. Nach Auffassung des Diplomaten sind die Interventionen von Seiten solcher Bündnisse wie der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (Celac) und der Blockfreien-Bewegung während der Sitzung "ein lebendiger Beweis der Unterstützung für die Sache des puertoricanischen Volkes."

Zuletzt hatten die 33 Celac-Mitgliedsstaaten bei ihrem zweiten Gipfeltreffen Ende Januar dieses Jahres in Havanna betont, dass der Fall Puerto Ricos von gemeinsamem Interesse für das Staatenbündnis ist.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr