Kolumbien / Soziales / Umwelt

Teile Kolumbiens leiden unter Dürre

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Schluckt Millionen Liter Wasser: Steinkohle El Cerrejón
Schluckt Millionen Liter Wasser: Steinkohle El Cerrejón

Bogotá. Ernteausfälle, hungerndes Vieh, erhöhte Kindersterblichkeit und genereller Wassermangel sind in Kolumbien und anderen Staaten Lateinamerikas derzeit die Folgen einer anhaltenden Dürre. Gemeinhin begründet wird der Klimatrend mit dem Wetterphänomen El Niño, einer periodische Erwärmung der pazifischen Gewässer. Dies wird als Ursache für die geringere Regenmenge gesehen.

In Kolumbien sind besonders Küstenregionen, wie etwa die Guajira, betroffen. Präsident Juan Manuel Santos war daher bereits am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit in diese Region gereist. Vor Ort versprach er den Bau von Brunnen und weitere Hilfsmaßnahmen. Dort glaubt die Bevölkerung jedoch nicht mehr an die Versprechen aus Bogotá. Mitte August kam es in der Region zu Protesten, bei denen die Menschen ihren Unmut kundtaten. Die Protestteilnehmer sehen das eigentliche Problem nicht alleine in der Trockenheit, sondern in der Abwesenheit des Staates und der allgegenwärtigen Korruption.

Es muss davon ausgegangen werden, dass der Wassermangel auch von verschiedenen Megaprojekten verursacht wird. So braucht etwa die Steinkohlemine Cerrejón in der Guajira täglich 17 Millionen Liter Wasser, während der Bevölkerung durchschnittlich gerade einmal 0,7 Liter pro Tag und Person zur Verfügung stehen. Dazu kommen weitere Effekte, die der Tagebau auf den Wasserhaushalt und die Bevölkerung hat. Im Verwaltungsbezirk Casanare sind bereits 20.000 Tiere an der Trockenheit gestorben, und die Lokalbevölkerung macht seit langem die Ölfirmen der Region für die Krise mitverantwortlich. Andere Quellen weisen zudem auf die Waldrodung und ihre Auswirkungen hin.

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