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03.11.2014 Brasilien / Politik

"Lula" da Silva kündigt Kandidatur für 2018 an

Luiz Inácio "Lula" da Silva und Dilma Rousseff am Wahltag

Luiz Inácio "Lula" da Silva und Dilma Rousseff am Wahltag

Lizenz: CC BY-NC 2.0

Brasília. Nur zwei Tage nach dem Sieg der amtierenden Präsidentin Dilma Rousseff in der Stichwahl vom 26. Oktober soll der ehemalige Präsident Luiz Inácio "Lula" da Silva seine Bereitschaft zur Kandidatur für die Wahlen 2018 bekannt gegeben haben. Dies berichtete unlängst die Zeitung Folha de São Paulo unter Berufung auf Mitglieder der Regierungskoalition. In Gesprächen mit diesen soll Lula bekräftigt haben, dass er der Präsidentschaftskandidat seiner Partei Partido dos Trabalhadores (PT) sein werde.

Einige der von "Folha" befragten Politiker aus dem Umkreis von Lula hätten angegeben, der PT-Politiker habe von seiner Kandidatur bereits kurz nach Bekanntgabe des Wahlsieges Rousseffs gesprochen. Intern, so heißt es in der Zeitung, betrachte die PT die Kandidatur Lulas bereits als offiziell. Mit Verweis auf Lulas Alter, der in vier Jahren 73 Jahre alt sein wird, schlossen die Koalitionäre aber nicht aus, dass es dennoch zu einer anderen Entscheidung kommen werde.

Im gleichen Atemzug warfen die Bündnispartner Rousseff vor, während der vergangen Amtszeit die Nähe zu den sozialen Bewegungen nicht ausreichend gesucht zu haben, den Dialog mit den Unternehmen nur schwach geführt und viele Maßnahmen zentralisiert zu haben. Indirekt liegen in diesen Punkten gleichsam Erklärungsversuch und Vorwurf für das knappe Abschneiden der Präsidentin bei der Wahl. Die sozialen Bewegungen als ursprünglich bedeutende Basis der PT konnten nur durch den Druck mobilisiert werden, der von dem starken Zuwachs der Konservativen bei der Parlamentswahl am vergangenen 5. Oktober sowie den hohen Umfrageergebnissen für den Kandidaten der Konservativen, Aécio Neves, ausging. Gleichzeitig wusste Neves insbesondere Unternehmer auf seiner Seite.

Bezüglich dieser Punkte habe Lula Dilma Rousseff in der Vergangenheit öfter Ratschläge gegeben, sei jedoch wenig gehört worden, wie er sich laut der Interna beklagte. Erst kurz vor der Wahl seien er und Rousseff wieder enger aneinander gerückt. In Zukunft wolle er mehr gehört werden – wohl auch um seine mögliche Wiederwahl nicht zu riskieren.

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