Friedensaktivisten in Kolumbien wieder massiv bedroht

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Friedensaktivistin Piedad Córdoba im Gespräch mit Generalstaatsanwalt Montealegre
Friedensaktivistin Piedad Córdoba im Gespräch mit Generalstaatsanwalt Montealegre

Bogotá. Informatikexperten untersuchen in Kolumbien die erneuten Drohungen gegen Politiker, Menschenrechtsverteidiger und Friedensaktivisten, die in sozialen Netzwerken publiziert und per E-Mail verschickt wurden.

Der Generalstaatsanwalt des südamerikanischen Landes, Eduardo Montealegre, bestätigte die Bildung der Expertengruppe gegenüber der Tageszeitung El Espectador. Ziel sei, die Autoren festzustellen und diese Taten zu unterbinden. Die Drohungen, die seit einigen Tagen massiv verbreitet werden, zielten darauf ab, Unruhe zu erzeugen und "die Friedensgespräche zu destabilisieren", die zwischen der Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) stattfinden, so Montealegre. Betroffen seien vor allem Linkspolitiker und weitere Personen, die sich für die Beendigung des seit 50 Jahren andauernden bewaffneten Konflikts engagieren.

Indes wurden 39 Aktivisten, die sich in Barranquilla an der Karibikküste für die Opfer des Konflikts, für politische Gefangene und für die Landrückgabe einsetzen, von der paramilitärischen Bande "Águilas Negras" mit dem Tod bedroht. In der Stadt kursierten Flugblätter, in denen sie zu "militärischen Zielen" erklärt werden. Die Betroffenen fordern nun Schutzmaßnahmen seitens der Sicherheitsbehörden.

Bereits zu Beginn dieser Woche hatte die Ex-Senatorin und bekannte Friedensaktivistin Piedad Córdoba berichtet, sie habe in ihrer Wohnung in Bogotá ein Trauergebinde erhalten. Das Begleitschreiben sei mit "Águilas Negras" gezeichnet. Kolumbiens Innenminister Juan Fernando Cristo hatte daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen für Córdoba und ihre Familie verstärkt.

Die Friedensgespräche, die Regierung und Guerilla seit November 2012 in der kubanischen Hauptstadt Havanna führen, sollen den bewaffneten Konflikt in Kolumbien beenden, der nach offiziellen Angaben allein in den vergangenen 30 Jahren mehr als 6,8 Millionen Opfer gefordert hat. Etwa 230.000 Menschen wurden getötet, die übrigen Betroffenen wurden Opfer von Vertreibungen, Entführungen, Folter und Vergewaltigung.

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