Argentinien / Wirtschaft

Argentinien verstaatlicht Eisenbahn

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Das argentinische Bahnsystem wird verstaatlicht und modernisiert
Das argentinische Bahnsystem wird verstaatlicht und modernisiert

Buenos Aires. Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat vor dem Kongress die Verstaatlichung des Bahnsystems angekündigt. In Kürze werde ein Gesetzesentwurf an das Parlament geschickt um den Staatsbetrieb Ferrocarilles Argentina zu gründen, so Fernández. Dieser wird sowohl für den Passagier-, als auch für den Gütertransport zuständig sein.

200 Millionen US-Dollar sollen in die Modernisierung der Eisenbahnen investiert werden. Innen- und Transportminister Florencio Randazzo hat die privaten Betreiberfirmen darüber informiert, dass die aktuellen Konzessionen nicht verlängert werden. Nach der Nationalisierung der Aerolineas Argentina und des Energieunternehmens YPF ist dies das dritte große Verstaatlichungsprogramm der Regierung Fernández.

Die Verstaatlichung der Bahn erfolgt stufenweise seit dem großen Eisenbahnunfall im Jahr 2012 in Buenos Aires, bei dem 51 Personen starben. Mangelnde Investitionen und fehlende staatliche Kontrolle wurden als Ursachen für den Unfall gesehen. Zunächst investierte der Staat in neue Schienen, Züge und Sicherheitsmaßnahmen. Ab 1990 war das argentinische Eisenbahnsystem im Zuge der neoliberalen Reformen unter Präsidenten Carlos Menem privatisiert worden, doch erhielt es weiterhin staatliche Subventionen, weswegen die Betreiberfirmen nicht in die Bahninfrastruktur investierten. Nach 2012 wurden für die private Betreiberfirmen Roggio (Metrovías) und Emepa (Ferrovías) strengere Auflagen erhoben, damit sie effizienter würden. Jedoch stiegen 2014 die Kosten der verschiedenen Linien um 51 bis 77 Prozent an. Laut Präsidentin Fernández würden durch die Verstaatlichung nun 47 Millionen Dollar eingespart werden.

Bereits im Juni 2013 nationalisierte die Regierung die Gütertransportlinie Belgrano Cargas, die durch 17 der 23 Provinzen verläuft. Mit finanzieller und technischer Unterstützung aus China soll die Linie nun modernisiert werden. Die nationale Entwicklungsbank Chinas hat dafür einen Kredit von zwei Milliarden Dollar bereitgestellt. Die Arbeiten, zu denen 100 neue Lokomotiven, die Reparatur von 3.500 Waggons und der Bau neuer Eisenbahntrassen, gehören, sollen 4.500 Arbeitsplätze in drei Jahren schaffen und von der Volksrepublik mit durchgeführt werden.

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