Guatemala / Medien

Hintergründe der Morde an Journalisten in Guatemala weiter im Dunkeln

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Journalisten protestieren nach den Morden an ihren Kollegen.
"Journalisten und Kolumnisten verteidigen die freie Meinungsäußerung"
Journalisten protestieren nach den Morden an ihren Kollegen. "Journalisten und Kolumnisten verteidigen die freie Meinungsäußerung"

Guatemala-Stadt. Zwei mutmaßliche Auftragsmörder sind am vergangenen Freitag an ein Hochsicherheitsgericht in der Hauptstadt Guatemalas überstellt worden. Die beiden Männer werden beschuldigt, am 10. März 2015 in Mazatenango, südwestlich von Guatemala-Stadt, zwei Journalisten - Danilo López von der Tageszeitung "Prensa Libre" und Federico Salazar von der Radiostation Nuevo Mundo - erschossen zu haben. Ein weiterer Reporter, Marvin Israel Túnchez vom lokalen Kabelfernsehen, wurde bei dem Attentat schwer verletzt. Die Journalisten hatten über Korruptionsfälle in den Gemeinden des Verwaltungsbezirks Suchitépequez berichtet. Die organisierte Kriminalität ist in diesem Teil des Landes sehr präsent.

Die beiden mutmaßlichen Täter konnten bereits kurz nach dem Anschlag identifiziert werden und wurden wenige Tage nach dem Mord festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie einer Bande angehören, die in den Bezirken Suchitépequez und Retalhuleu Auftragsmorde und Erpressungen ausführt. Das Verwaltungsgericht des Bezirks Suchitépequez sah sich nicht in der Lage, den Prozess im Bezirk des Tatorts durchzuführen und die Sicherheit seiner Angestellten zu garantieren.

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Derweil beklagt Elsie Sierra, Präsidentin der guatemaltekischen Journalistenkammer, dass sich die Aufklärung des Attentats auf die Mörder beschränke und dass nicht auch nach deren Auftraggebern gesucht werde. Ein weiterer ungelöster Justizfall bedeute aber eine noch größere Gefährdung von Korrespondenten, die in dieser Region tätig sind.

Trotz wiederholter Versprechen der Regierung, ein Programm zum Schutz der Medienschaffenden endlich umzusetzen, ist dies seit der Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens mit dem Menschenrechtsrat der UNO im Jahr 2012 nicht geschehen. In Guatemala werden immer wieder Journalisten Opfer von Attentaten.

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