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29.05.2015 Venezuela / Politik

Verwirrung um Hungerstreik von Oppositionellen in Venezuela

Leopoldo López in seiner Videobotschaft

Leopoldo López in seiner Videobotschaft

Quelle: youtube.com

Caracas. In Venezuela herrscht Unklarheit über einen angeblichen Hungerstreik von zwei inhaftierten Oppositionspolitikern. Leopoldo López, eines der bekanntesten Gesichter der Opposition, und der ehemalige Bürgermeister von San Cristóbal, Daniel Ceballos, fordern mit ihrer Aktion die Freilassung aller "politischen Gefangenen" und ein Ende von "Verfolgung, Repression und Zensur". Vom venezolanischen Wahlrat (CNE) fordern sie, dass dieser ein genaues Datum für die Parlamentswahlen festsetzt, die im letzten Quartal des Jahres stattfinden werden. López und Ceballos sitzen in Untersuchungshaft, weil ihnen die Verantwortung für blutige Unruhen Anfang 2014 vorgeworfen wird.

Der nationale Bürgerbeauftragte, Tarek William Saab, widersprach nun den Angaben von López. Der rechtsgerichtete Politiker sei weder im Hungerstreik, noch befinde er sich in Isolationshaft, wie die Ehefrau von López, Lilian Tintori, behauptet hatte, so Saab. "Ich habe mit dem Direktor des Gefängnisses Ramo Verde gesprochen und er bestätigte mir, dass Leopoldo López gefrühstückt und zu Mittag gegessen hat und dass er sich nicht im Hungerstreik befindet", so Saab, der sich auf ein Telefonat am Sonntag berief. López und Ceballos hatten am vergangenen Samstag den Hungerstreik per Video angekündigt. Zugleich riefen sie für diesen Samstag zu Protesten gegen die Regierung des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro auf.

Am Montag reagierte Tintori auf die Angaben Saabs. Sie veröffentlichte über den Kurznachrichtendienst Twitter ein Foto eines Briefes von López, in dem er die Motive für die Protestmaßnahme noch einmal erläutert. Zugleich erklärte sie, dass die Anwälte ihres Ehemanns ihn am Montag besuchen durften.

Kritische Stimmen kamen indes von dem Oppositionsbündnis Tisch der demokratischen Einheit (MUD). In einem Kommuniqué unter dem Titel "Der Wechsel drängt, der Weg sind die Wahlen, die Einheit ist notwendig", erklärt die MUD-Allianz, den offenbar mit ihr nicht abgestimmten Demonstrationsaufruf der inhaftierten Oppositionspolitiker nicht zu unterstützen.

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