Panama / Politik

Ehemaliger Vizepräsident von Panama in Untersuchungshaft

felipe_virzi_panama.jpg

In Untersuchungshaft: Felipe Virzi
In Untersuchungshaft: Felipe Virzi

Panama-Stadt. Die panamaische Staatsanwaltschaft hat wegen mutmaßlicher Geldwäsche- und Korruptionsdelikte Untersuchungshaft für Felipe "Pipo" Virzi angeordnet. Virzi war zwischen 1994 und 1999 Vizepräsident des Landes und als Unternehmer Geschäftspartner von Ex-Präsident Ricardo Martinelli (2009-2014). Auch gegen Martinelli wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt.  

Die Festnahme wurde von der für Korruption zuständigen Staatsanwaltschaft angeordnet, weil Virzi in irreguläre Zahlungen der ecuadorianischen Firma Hidalgo & Hidalgo verwickelt sein soll, die mit der Durchführung eines inzwischen gescheiterten Bewässerungsprojekts beauftragt war. Der 71-jährige Unternehmer stellte sich in Begleitung seines Anwalts am Mittwoch einer mehr als zwölf Stunden dauernden staatsanwaltlichen Befragung, die für einige Zeit unterbrochen wurde, damit sich der Beschuldigte einer ärztlichen Untersuchung in einer Klinik unterziehen konnte.

Da geht noch was!

Bisher können sich von den täglich rund 6.200 Besucher:innen nur 248 zu einer Spende entschließen.

Sollten Sie zu den übrigen 5.952 gehören, spenden Sie jetzt!

Damit alle Inhalte von amerika21.de weiterhin für Alle kostenlos verfügbar sind.

Ihr Amerika21-Team

Sein Anwalt wies darauf hin, dass die angeordnete Untersuchungshaft ungesetzlich sei, da eine Person dieses Alters nicht festgenommen werden dürfe. Der lokalen Presse war zu entnehmen, dass die Staatsanwaltschaft ungefähr 40 Konten Virzis eingefroren habe, da er angeblich zehn Millionen US-Dollar von einer ecuadorianischen Firma erhalten habe, die 2012 während der Präsidentschaft von Martinelli die Ausschreibung für eine riesige Bewässerungsanlage bei Tonosí gewonnen hatte. Letztendlich wurde das Projekt nicht ausgeführt.

Die panamaische Justiz untersucht derzeit etliche Korruptionsfälle aus der vorigen Präsidentschaftszeit. Durch diese Fälle sei ein Schaden in Höhe von mehreren Hundert Millionen US-Dollar verursacht worden.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr