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22.06.2015 Bolivien / Wirtschaft

Bolivien will 400 Millionen Dollar in Kokaproduktion investieren

Auf dem offiziellen Kokamarkt "Villa Fátima" in La Paz

Auf dem offiziellen Kokamarkt "Villa Fátima" in La Paz

Quelle: flickr.com

La Paz. Bei einem Treffen mit Repräsentanten der Vereinigung der Koka-Produzenten (Adepoca), Bürgermeistern, Gewerkschaftlern und Vertretern aus der Wirtschaft verkündete der bolivianische Präsident Evo Morales ein Gelände in der Region Yunga im Departamento La Paz im Wert von 400 Millionen Dollar kaufen zu wollen, wo die Kokabauern arbeiten können. Ziel ist es, die nationale Produktion zu erhöhen, um größere Mengen exportieren zu können.

Der Anbau von Koka hat eine sehr lange Tradition in Bolivien. Morales bemüht sich daher diese Tradition auch wirtschaftlich zu integrieren. Unlängst  wurde  eine Richtlinie beschlossen, nach der Kokabauern für den Verkauf der Kokablätter Steuern zahlen sollen. „Es gibt ein Gesetz, das dieses Thema der Kommerzialisierung der Kokablätter aufgreift, es gibt viele gute Fortschritte und in der Realität sehen wir die Neigung der Kokabauern, Abgaben zu zahlen“, erklärte Wirtschaftsminister Luis Arce, dennoch müssten die Kokabauern ab einem bestimmten Punkt ähnlich wie andere Gewerbe Steuern zahlen. Er hob hervor, dass darüber bereits mit dem Sektor des Kokaanbaus diskutiert würde. Die Höhe dieser geplanten Steuer wurde nicht näher benannt. Vertreter von Gewerkschaften lehnten diesen Gesetzesentwurf ab, da Kokabauern bereits eine Abgabe zahlen.

Die Kokabauern verkaufen die Blätter auf den beiden autorisierten Märkten Sacaba in Cochabamba und Villa Fatima in La Paz und bezahlen dafür eine Abgabe an die Direccion General de la Hoja de Coca e Industrializacion (Digcoin). Dieses Geld wiederum fließt in die Staatskassen. Nun soll diese Abgabe in eine Steuer umgewandelt werden. Die Mehrheit der Kokabauern lehnt diese jedoch ab, da sie bereits Abgaben an die Digcoin für den Verkauf ihrer Kokablätter zahlen. „Wir zahlen bereits eine Gebühr an die Leitstellen“, erklärte Severo Chambi, Gewerkschaftsführer von Adepcoca. Er wies ferner die Aussage des Finanzministers zurück, dass die Regierung ihr Vorhaben, Steuern zu erheben, den Vertretern der Kokabauern kommuniziert habe: „Wir müssen diskutieren, und für den Moment haben wir gar nichts, wenn wir den Vorschlag der Regierung aber erhalten, dann können wir darüber reden“, so der Gewerkschaftsführer.

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15.07.2014 Nachricht von Denis Mainka