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Welttreffen der Volksbewegungen in Bolivien

Vertreter sozialer Bewegungen auf dem Welttreffen in Bolivien

Vertreter sozialer Bewegungen auf dem Welttreffen in Bolivien

Quelle: aleteia.org

Santa Cruz, Bolivien. Am zweiten Welttreffen der Volksbewegungen vom 07. bis 9.Juli in Santa Cruz haben 1.500 Delegierte aus 40 Ländern teilgenommen, darunter mehrheitlich lateinamerikanische Volksbewegungen und Kirchenvertreter. Am letzten Tag kamen Papst Franziskus und Boliviens Präsident Evo Morales dazu und nahmen die Kommuniques der einzelnen Arbeitsgruppen entgegen.

Nach dem ersten Welttreffen in Rom im Oktober vergangenen Jahres griffen die Hauptthemen des diesjährigen Treffens die 2014 veröffentlichte Enzyklika "Laudato si" des Papstes auf. Darin sind Umwelt und Klima zentrale Punkte, aber auch Fragen von Landverteilung, würdevollem Wohnen und Arbeit sowie Frieden,die Lösung von bewaffneten und sozialen Konflikten. Der Papst will mit dem Text auch auf den Klimagipfel in Paris 2015 Einfluss nehmen. Der für viele lateinamerikanische Volksbewegungen wichtige Extraktivismus wird in dieser Publikation stark kritisiert und der Papst stellt sich somit in Fragen Kohle- und Ölabbau auf die Seite vieler sozialer Proteste.

Präsident Morales eröffnete das Welttreffen in Santa Cruz. In seiner Rede stellte er fest: "Es gibt enorme Gemeinsamkeiten zwischen dem Papst und unserer Wirtschafts- und Sozialpolitik. Wir verstehen dasselbe unter einem Guten Leben." Seit 27 Jahren war dies der erste Besuch eines Papstes in Bolivien.

In konkreten Konflikten wolle sich das Welttreffen laut Abschlussbericht um Lösungen bemühen: Im Streit zwischen Bolivien und Chile über den Meereszugang, dem Konflikt in Kurdistan und der Rückforderung der Malwinen (Falklandinseln) vonseiten Argentiniens. Auch auf das Referendum in Griechenland wurde sich mehrfach positiv bezogen und das Votum als Vorbild der Ablehnung des Neoliberalismus gedeutet. Der christliche Rahmen des Welttreffens zeigte sich nicht zuletzt in der beschlossenen Würdigung des 1980 in La Paz ermordeten Jesuitenpriesters Luis Espinal.

Bolivianische Medien berichteten über das Welttreffen der Volksbewegungen überwiegend positiv. Es heißt, Morales habe die Völker zur Kooperation mit dem Papst aufgerufen. So schrieb etwa die Tageszeitung Los Tiempos: "Evo hofft, dass die sozialen Bewegungen mit dem Papst zusammenarbeiten, um die Völker zu befreien".

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