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10.08.2015 Peru / Menschenrechte / Politik

Entschädigung für Opfer des bewaffneten Konfliktes in Peru

Angehörige von Opfern kämpfen seit langem für eine Entschädigung. Hier bei einer Demonstration am 25. Juli 2010 in Lima

Angehörige von Opfern kämpfen seit langem für eine Entschädigung. Hier bei einer Demonstration am 25. Juli 2010 in Lima

Lima. Die peruanische Regierung hat Entschädigungszahlungen in Höhe von mehr als drei Millionen Soles (rund 860.000 Euro) an insgesamt 1021 Opfer des internen bewaffneten Konfliktes genehmigt, der von 1980 bis zum Jahr 2000 andauerte.

Die durch Beschluss des Ministerrats freigegebenen Gelder gehen an Opfer von Folter, illegitimer Inhaftierung oder anderer Schäden sowie an die Familien von Verschwundenen oder Toten. Die gesamte Summe wird auf die Opfer aufgeteilt und an diese überwiesen. Die Identität der Empfänger bleibt unbekannt.

Verantwortlich für die Auszahlungen ist die "Comisión Multisectorial de Alto Nivel" (CMAN), eine Kommission des Justizministeriums, die für die Koordinierung und Überwachung des einheitlichen Reparationsplanes zuständig ist. Dieser sieht unter anderem finanzielle Entschädigungen, Stipendien, Erwachsenbildungsprogramme, die Wiederherstellung von zerstörter Infrastruktur und Gesundheitskampagnen für indigene und Bauerngemeinden sowie die Vereinigung für Flüchtlinge vor. Diese Gruppen waren besonders von der Gewalt zwischen dem Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) und den peruanischen Streitkräften betroffen.

Die maoistische Partei und Guerillaorganisation Sendero Luminoso hatte sich bereits in den 1960er Jahren in der verarmten Hochlandregion Ayacucho gegründet, radikalisierte sich jedoch ab 1970. Im Jahr 1980  nahm die Organisation den bewaffneten Kampf auf und griff in gezielten Anschlägen insbesondere peruanische Streitkräfte, Politiker und andere linke Bewegungen an. Die Regierung ging mit aller Härte gegen die Bewegung vor und schreckte auch vor Massakern, Folter und systematischen schweren Menschenrechtsverletzungen nicht zurück. Die mehrheitlich indigene Landbevölkerung geriet dabei immer wieder zwischen die Fronten und hatte die meisten Todesopfer zu beklagen. Während des bewaffneten Konfliktes kamen nach Angaben der 2001 eingesetzten Wahrheitskommission insgesamt etwa 70.000 Menschen ums Leben.

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