DruckversionEinem Freund senden
13.08.2015 Venezuela / Politik

Oppositionspolitiker in Venezuela in Hausarrest entlassen

Daniel Ceballos mit Frau und Kindern nach seiner Entlassung in den Hausarrest

Daniel Ceballos mit Frau und Kindern nach seiner Entlassung in den Hausarrest

Quelle: twitter.com

Caracas. Der inhaftierte oppositionelle Ex-Bürgermeister von San Cristóbal, Daniel Ceballos, kann bis zum Gerichtsprozess in sein Haus zurückkehren. Die Staatsanwaltschaft habe angeordnet, dass Ceballos im Hausarrest auf seinen Prozess warten dürfe, erklärte sein Verteidiger Juan Carlos Gutíerrez am Dienstag. Die Maßnahme sei aus Gesundheitsgründen erfolgt, so die Behörde gegenüber der oppositonsnahen venezolanischen Zeitung El Universal.

Ceballos, Mitglied der Rechtspartei Voluntad Popular, war während der Proteste gegen die sozialistische Regierung im März vergangenen Jahres verhaftet worden. San Cristóbal, die Hauptstadt des Bundesstaates Táchira im Westen von Venezuela, war eines der Zentren der Gewalt. Ceballos wurde vorgeworfen, einem Urteil des Obersten Gerichtshofes nicht Folge geleistet zu haben, Straßenblockaden in seiner Stadt zu unterbinden. Er wurde von einem Gericht seines Amtes enthoben und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, blieb jedoch weiter in Haft, da ihm weitere schwere Straftaten im Zusammenhang mit den Protesten vorgeworfen werden. So soll er persönlich Gewaltaktionen angeführt haben.

Gemeinsam mit dem ebenfalls inhaftierten Voluntad-Popular-Führer Leopoldo López hatte Ceballos Ende Mai einen Hungerstreik begonnen, den er nach 20 Tagen abbrach. Laut seiner Ehefrau und aktuellen Bürgermeisterin von San Cristóbal, Patricia de Ceballos, hat dieser Hungerstreik "seine Gesundheit stark geschädigt".

López ist seit dem 18. Februar 2014 in Haft. Er hatte Ende Januar vergangenen Jahres mit anderen Oppositionspolitikern die Kampagne "La Salida" (Der Ausweg) zur Absetzung der Regierung von Präsident Nicolás Maduro gestartet. In den folgenden Wochen kam es in Venezuela zu teilweise sehr gewalttätigen Protesten und Ausschreitungen. Dabei wurden nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft 43 Menschen getötet und zahlreiche verwundet. Die venezolanische Justiz sieht in López einen der Hauptverantwortlichen der Gewalt.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...

31.05.2015 Nachricht von Philipp Zimmermann