Petrocaribe-Bündnis einigt sich auf Aktionsplan für zehn Jahre

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Maduro mit Staatschefs der Petrocaribe-Mitgliedsländer
Maduro mit Staatschefs der Petrocaribe-Mitgliedsländer

Kingston, Jamaika. Beim zehnten Treffen der Mitgliedsstaaten des Petrocaribe-Bündnisses in Jamaika ist ein Aktionsplan für die nächsten zehn Jahre beschlossen worden. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro leitete den Gipfel gemeinsam mit der jamaikanischen Premierministerin Portia Simpson Miller.

Der linksgerichtete Politiker lobte die zehnjährige politische Kooperation. Sie stelle ein weltweites Beispiel dar, wie Alternativen zum neoliberalen Modell geschaffen werden können. Neben Präsidenten und Ministern der Region nahmen an dem Treffen Vertreter der Karibischen Gemeinschaft (Caricom) und  der Welternährungsorganisation (FAO) teil.

Bei Petrocaribe handelt es sich um ein regionales Energiebündnis, das 2005 auf Initiative des damaligen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gegründet wurde. Seitdem werden Erdöllieferungen aus Venezuela zu Vorzugspreisen an Länder Mittelamerikas und der Karibik aufrechterhalten, um die regionale Entwicklung zu garantieren. Neben der energiepolitischen Unabhängigkeit verfolgen die Verantwortlichen damit eine wirtschaftliche und soziale Stärkung der Karibik. Das Kooperationsprojekt möchte die soziale Gerechtigkeit bestärken und bestehende Asymmetrien abbauen. Für die Länder der Karibik soll es einen sicheren und zuverlässigen Zugang zu Energiequellen bieten.

Hauptthema des Gipfeltreffens war der von Maduro vorgestellte Aktionsplan für die kommenden zehn Jahre. Im Vordergrund stehe die Entwicklung und Stabilisierung der Karibik. Ziel sei die Konsolidierung einer Wirtschaftszone, die auf die karibische Nachfrage eingeht. Sicherheit, Souveränität und Energiestabilität innerhalb der Mitgliedsländer sollen durch Kooperation gestärkt werden, um eine sichere und günstige Versorgung der Region zu garantieren. Die Etablierung eines Sozialsystems in der Karibik solle zur Bekämpfung des Hungers beitragen. Kuba und Venezuela wollen außerdem ein System zum Schutz vor Naturkatastrophen etablieren.

Maduro zufolge sorgte Petrocaribe seit der Gründung für eine energetische, wirtschaftliche, soziale und politische Stabilität in der Karibik. Ohne Petrocaribe hätte die Karibik ähnliche Probleme wie der Mittelmeer-Raum, sagte Venezuelas Präsident unter Bezugnahme auf die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa.

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