DruckversionEinem Freund senden
30.09.2015 Kolumbien / Venezuela / Politik

Regierungsgespräche Venezuela-Kolumbien zur Lage an der Grenze werden fortgesetzt

Geschlossener Grenzübergang nach Kolumbien im Bundesstaat Táchira

Geschlossener Grenzübergang nach Kolumbien im Bundesstaat Táchira

Caracas/Santa Marta. Die Treffen zwischen Vertretern der Regierungen Venezuelas und Kolumbiens zur Lösung der Probleme in der Grenzregion werden in dieser Woche fortgesetzt. Heute sollen die Verteidigungsminister beider Länder in Santa Marta, Kolumbien, zusammenkommen und Fragen der Sicherheit diskutieren.

Am Sonntag kündigte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro außerdem ein weiteres Treffen mit seinem Amtskollegen Juan Manuel Santos an, bei dem es um die fast sechs Millionen nach Venezuela migrierten Kolumbianer gehen soll.

Bei einem Zusammentreffen mit dem Generalsekretär der Union Südamerikanischer Nationen (Unasur), Ernesto Samper, am Rande der UN-Vollversammlung in New York hatte Maduro die Bereitschaft seiner Regierung erklärt, diejenigen der unlängst abgeschobenen kolumbianischen Staatsbürger wieder aufzunehmen, die sich regulär in Venezuela niederlassen wollen. In den ersten beiden Tagen nach der Grenzschließung im Bundesstaat Táchira waren etwa 1.500 Kolumbianer ohne gültige Aufenthaltserlaubnis abgeschoben worden.

Die Vereinbarungen zwischen beiden Regierungen zur Normalisierung der Lage an der Grenze, die am 21. September getroffen wurden, zeitigen nach und nach Ergebnisse, so Maduro. Bei der Zusammenkunft waren auch ständige Kontakte zwischen Vertretern von Ministerien beider Länder vereinbart worden.

Venezuelas Regierung hatte am 20. August die Grenze nach Kolumbien in Táchira geschlossen, nachdem eine venezolanische Militärpatrouille mutmaßlich von kolumbianischen Paramilitärs angegriffen und drei Soldaten verletzt wurden. Die Grenzschließung wurde mittlerweile auf die Bundesstaaten Zulia und Apure ausgeweitet, verbunden mit der Verhängung des Ausnahmezustandes in mehreren Verwaltungsbezirken. Die Operation venezolanischer Sicherheitskräfte im Grenzgebiet ist gegen Schmuggel, Paramilitarismus und Schwarzmarkthandel gerichtet. Nach offiziellen Schätzungen werden rund 40 Prozent aller Lebensmittel, die in Venezuela auf den Markt kommen sollten, am Zoll vorbei ins Nachbarland geschafft und dort zu deutlich höheren Preisen verkauft. Auch große Mengen Treibstoff werden über die Grenze geschmuggelt. Präsident Maduro hatte deshalb die kolumbianische Regierung wiederholt aufgefordert, den Verkauf von Schmuggelware zu unterbinden.

Die Bewohner an der Grenze hätten viel gelitten, sagte Maduro. Diese Regionen seien "in den Händen von gewalttätigen Gruppen, Paramilitärs und Schmugglern", es sei notwendig, sie davon zu befreien. In Venezuela bemühten sich Regierung und Bevölkerung gemeinsam darum, von kolumbianischer Seite müsse die Regierung die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Neue Grundlagen für Frieden, Respekt und Arbeit müssten in diesen Gebieten geschaffen werden, so der Präsident.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr

Was Sie auch interessieren könnte ...