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Minister in Ecuador wehrt sich gegen Kritik an Medienpolitik

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Ecuadors Kommunikationsminister Fernando Alvarado
Ecuadors Kommunikationsminister Fernando Alvarado

Quito/La Paz. Ecuadors Kommunikationsminister Fernando Alvarado hat in einem Interview mit dem bolivianischen Fernsehen Kritik an der Medienpolitik der Regierung von Präsident Rafael Correa zurückgewiesen und bekräftigt, dass Medien in dem südamerikanischen Land die Regierung ungehindert kritisieren könnten.

Alvarado reagierte damit auf Vorwürfe privater Medien an der angeblichen Verletzung der Meinungsfreiheit im Land. Diese kritisierten den Zustand der Pressefreiheit, während sie eben diese Position selbst ungehindert publizierten, sagte der Minister. Alvarado verwies zudem auf das Mediengesetz von 2013, durch das die über 3.000 Medien und Journalisten mehr Rechte bekommen hätten.

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Kritik an der Pressefreiheit in Ecuador war zuletzt von der Interamerikanischen Pressegesellschaft (SIP), die alle privaten Medienunternehmen des amerikanischen Kontinents vertritt, geäußert worden. Der Verband behauptete, in Ecuador sei eine autoritäre Medienpolitik und der Verkauf vieler Medien an Freunde der Regierung zu beobachten. Alvarado wies die Vorwürfe mit dem Hinweis auf noch laufende Verkaufsvorgänge zurück und erklärte: "Für uns hat die SIP nicht die geringste Bedeutung." Die Regierung habe inzwischen die Möglichkeit, in den öffentlichen Medien zu informieren und zum Beispiel die Öffentlichkeit über die Verwendung der Steuermittel aufzuklären. Der Kommunikationsminister erinnerte daran, dass dies früher nicht stattgefunden habe.

Alvarado gab das Interview während seines Besuchs in Bolivien, wo im Dezember das dritte "Gipfeltreffen für verantwortlichen Journalismus" stattfinden wird. Diesem werden fünf Veranstaltungen vorausgehen, auf denen die Diskussionen um Verantwortlichkeit von Journalismus, um den Zusammenhang von Kapitalismus und Information, um soziale Netzwerke sowie um diskursive Praktiken vorbereitet werden sollen.

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