Die 11. Karawane der Mütter verschwundener Migranten ist in Mexiko unterwegs

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Die 11. Karawane der Angehörigen verschwundener Migranten aus Zentralamerika reist derzeit durch Mexiko
Die 11. Karawane der Angehörigen verschwundener Migranten aus Zentralamerika reist derzeit durch Mexiko

Mexiko-Stadt. Die 11. Karawane der Angehörigen verschwundener Migranten aus Zentralamerika reist derzeit durch Mexiko. Die 38 Mütter und zwei Väter aus El Salvador, Guatemala und Honduras werden bis zum 18. Dezember, dem internationalen Tag der Migranten, mehrere mexikanische Bundesstaaten aufsuchen, in der Hoffnung ihre Familienangehörigen wiederzufinden. Diese verschwanden in Mexiko, als sie auf dem Weg in die USA waren.

Die Gruppe will auch auf die Lage der zahlreichen Migranten aufmerksam machen, die jeden Tag durch Mexiko fahren und Opfer korrupter Migrationsbeamten, Polizisten und der organisierten Kriminalität werden. Sie werden bei der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft (PGR) Anzeige gegen das Verschwindenlasen ihrer Angehörigen erstatten. Sie erwarten, dass die mexikanische Regierung dann in ihren Fällen ermitteln wird.

Die Eltern, die seit dem 30.November in Mexiko unterweg sind, haben bereits die Bundesstaaten Chiapas, Oaxaca und Puebla sowie die Hauptstadt Mexiko-Stadt besucht. In Oaxaca gingen sie in die Gefängnisse, wo sie mit zentralamerikanischen Insassen sprachen und die Fotos ihrer verschwundenen Söhnen zeigten. Sie hatten gehofft, Informationen über deren Verbleib zu bekommen. Bei den Besuchen wurden sie vom Sicherheitspersonal schlecht behandelt, einige der Mütter mussten erniedrigende Leibesvisitationen über sich ergehen lassen. "Diesmal haben wir eine sehr starke Diskriminierung seitens der Gefängnisaufseher und der Gefängnisleitungen erlebt", so eine der Mütter.

An dem Massengrab der Gemeinde Juchitán, Oaxaca, das am Rande des öffentlichen Friedhofes liegt, pflanzten die Eltern Bäume und Rosen als Zeichen der Trauer für die vielen unbekannten Leichen, die dort begraben wurden.

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In Oaxaca sind sie auch von Pater Solalinde empfangen worden und haben dort, zusammen mit lokalen Vertretern der evangelischen Kirche einen Gottesdienst bei den Schienen der Güterzuglinie "La Bestia" (Die Bestie) abgehalten. Dieser Name kommt von den zahlreichen Unfällen, die die Migranten erleiden, wenn sie auf den fahrenden Zug aufspringen und sich dabei schwer verletzten oder sogar zu Tode kommen.

In diesen elf Karawanen haben die Eltern insgesamt 250 Angehörige wieder gefunden, zwei davon in diesem Jahr.

Die mexikanische Regierung führt keine genaue Registrierung über die verschwunden Migrantinnen  und Migranten. Die Nichtregierungsorganisation "Bewegung zentralamerikanischer Migranten" schätzt ihre Zahl auf zwischen 70.000 und 120.000. Vor allem ab 2006, mit dem Beginn des sogenannten Krieges gegen den Drogenhandel und 2014, mit der Umsetzung des Planes Südgrenze (Plan Frontera Sur) in Mexiko, haben die Angriffe gegen Migranten und auch das Verschwindenlassen stark zugenommen, heißt es in einer Pressemitteilung der NGO.

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