Migranten harren an der Grenze zwischen Panama und Costa Rica aus

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Grenze zwischen Costa Rica und Panama
Grenze zwischen Costa Rica und Panama

Panama. Etwa 600 Migranten aus 14 Nationen harren derzeit an der Grenze zwischen Panama und Costa Rica aus. Die meisten stammen aus Asien und Afrika, aber auch aus Brasilien und Haiti, und führen keine Ausweisdokumente mit sich. Costa Rica hat mit der Einrichtung von Aufnahme- bzw. Abschiebezentren begonnen, in denen die Menschen untergebracht werden sollen. Die Entscheidung, Migranten an der Weiterreise zu hindern, hatte zuvor die Kritik Panamas hervorgerufen, die Zurückweisung könne eine Menschenrechtsverletzung darstellen.

Die costa-ricanische Regierung betonte, dass man eng mit internationalen Organisationen wie UNICEF, der Internationalen Organisation für Migration (OIM) und dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) zusammenarbeite und sich verpflichtet habe, die Würde und die Menschenrechte der Migranten einzuhalten. Die ergriffenen Maßnahmen dienten dem Schutz der Migranten sowie dem der eigenen Bevölkerung. Präsident Luis Guillermo Solís erklärte, dass das Thema nicht nur Costa Rica und Panama etwas angehe, sondern den ganzen Kontinent und die ganze Welt. Deshalb werde er einen Sondergipfel der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (Celac) und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) fordern. Sollte es nicht zu einer Lösung kommen, werde Costa Rica seine Migrationsgesetzgebung unter Wahrung der Menschenrechte anwenden, erklärte Solís.

Vor einigen Monaten hatten mehrere Tausend Kubaner versucht, über Costa Rica in Richtung USA zu gelangen. Da Nicaragua ihnen die Durchreise verweigert hatte, saßen diese zunächst dort fest, bis ihnen die Weiterreise schließlich über eine Luftbrücke ermöglicht wurde. Da Costa Rica nun seinerseits die Durchreise verweigert, hat sich das Problem nun an die Grenze zu Panama verschoben.

Vor Ort befinden sich auch 3.000 Kubaner, die ebenfalls eine Öffnung der Grenzen fordern, um weiter Richtung USA reisen zu können. Die Leiterin der costa-ricanischen Migrationsbehörde Katthya Rodríguez erklärte, dass die Situation der Asiaten und Afrikaner eine andere sei als die der Kubaner, da diese sich nicht ausweisen könnten und nicht wie Migranten aus Kuba von besonderen Privilegien in der US-Einwanderungsgesetzgebung profitierten.

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