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17.02.2017 Uruguay / Politik / Wirtschaft

Uruguays Präsident Tabaré Vázquez beendet Europareise

Die Präsidenten von Uruguay, Tabaré Vázquez, und der Russischen Förderation, Wladimir Putin, bei ihrem Gespräch am Donnerstag in Moskau

Die Präsidenten von Uruguay, Tabaré Vázquez, und der Russischen Förderation, Wladimir Putin, bei ihrem Gespräch am Donnerstag in Moskau

Quelle: en.kremlin.ru
Lizenz: CC by 4.0

Berlin/Helsinki/Moskau. Uruguays Präsident Tabaré Vázquez schließt am heutigen Freitag in Russland seine Europareise ab. Den Auftakt bildete ein Besuch in Deutschland, von wo er nach Finnland weiterreiste. In erster Linie ging es dabei um die Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen.

Vázquez wurde von seinen Ministern Rodolfo Nin Novoa (Außen), dem Wirtschaftsminister Danilo Astori (Wirtschaft), Victor Rossi (Transport), Tabaré Aguerre (Landwirtschaft und Fischfang) Carolina Cosse (Industrie, Energie und Bergbau) und etwa hundert Unternehmern begleitet. Der Gewerkschaftsbund PIT-CNT war durch seinen Vorsitzenden Fernando Pereira vertreten. "Auf dieser Rundreise gibt es zahlreiche Begegnungen, die die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in Uruguay ermöglichen. Wir wollen Qualitätsarbeitsplätze", erklärte er in Berlin.

Am 7. Februar traf sich Vázquez mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Gemeinsamen Markt des Südens (Mercosur). Merkel hatte zuvor auf die "komplexe Situation" bei den Verhandlungen hingewiesen. Diese besteht unter anderem in den unterschiedlichen Interessen beider Blöcke im landwirtschaftlichen Bereich. Europäische Bauern fürchten die Konkurrenz der industriellen Agrarproduktion des Mercosur. Komplex ist auch die ungeklärte juristische Situation des Bündnisses aufgrund des Ausschlussverfahrens gegen Venezuela, das die übrigen Mitgliedsstaaten eingeleitet haben. Die rechtliche Grundlage von Beschlüssen und Verträgen ist derzeit nicht gesichert. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz zeigte die Kanzlerin sich jedoch optimistisch, dass Uruguay - "ein Motor des Freihandels" - nach dem Wechsel der Mercosur-Präsidentschaft zu Argentinien "gemeinsam mit Brasilien, Argentinien und Paraguay die Chance hat, den Freihandel mit Europa voranzutreiben". Sie hoffe, dass die Gespräche in Brüssel nun vorangingen. Das Mercosur-Mitglied Venezuela erwähnte Merkel nicht.

Wollen Freihandel: Uruguays Präsident Vázquez und Bundeskanzlerin Merkel bei ihrer Pressekonferenz am 7. Februar

Quelle: Presidencia

Nach einem Treffen im Hamburger Senat und einem Gespräch mit dem Bürgermeister reiste Vázquez nach Finnland weiter, wo er sich am Montag mit seinem finnischen Amtskollegen Sauli Niinistö traf. Dabei ging es ebenfalls um die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Staaten. Ein Hauptaugenmerk der Unterredungen richtete sich auf das finnische Zellulose-Unternehmen UPM. Der UPM-Konzern macht den Bau eines dritten Zellusosewerkes in Uruguay vom staatlichen Bau einer Bahnstrecke und Straßen abhängig. Damit soll die Zelluloseproduktion vom Landesinneren bis zum Exporthafen von Montevideo transportiert werden. Die Regierung sucht ausländische Investoren in Europa für die Finanzierung zahlreicher Infrastrukturprojekte, die über zwölf Millionen US-Dollar erfordern."Wir werden den strategischen Infrastrukturplan umsetzen“, zeigte sich Vázquez zuversichtlich.Ein spanisch-argentinisch-britischer Konzern soll bereits sein Interesse bekundet haben.

Am Mittwoch traf die Delegation aus Uruguay dann in Moskau ein. Es ist der erste Staatsbesuch eines Präsidenten des Landes in Russland seit 25 Jahren. Vázquez wurde am Donnerstag von Präsident Wladimir Putin empfangen. Beide Seiten wollen die bereits bestehende Zusammenarbeit vertiefen. Es gehe darum, "die Handels- und Wirtschaftskontakte sowie die kulturellen und humanitären Beziehungen auszuweiten. Das Zusammenwirken im außenpolitischen Bereich soll verbessert werden. Vor allem im Rahmen der Vereinten Nationen und im Rahmen der Institutionen zur regionalen Integration besteht diese Möglichkeit", hieß es aus dem Kreml.

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