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20.03.2017 Kuba / USA / Soziales

US-Mediziner absolvieren Studium in Kuba

Logo der Lateinamerikanischen Medizinhochschule (ELAM) in Kuba

Logo der Lateinamerikanischen Medizinhochschule (ELAM) in Kuba

New York. US-amerikanische Absolventen eines Medizinstudiums in Kuba haben in den USA ihre Zuteilung zu ärztlichen Einrichtungen erhalten. Das Zulassungsverfahren ist wettbewerbsorientiert und wird jährlich im März durchgeführt. Basis sind Präferenzlisten der Absolventen und der Institutionen. Angebot und Nachfrage werden per Computer kombiniert und auf Basis bestimmter Algorithmen definiert. Häufig werden die Wünsche der Beteiligten nicht erfüllt, so dass Ersatzlösungen gefunden werden müssen. Diesen "Match Day" erfolgreich zu bestehen ist ein entscheidender Schritt für Mediziner in den USA.

Besonders beglückwünscht wurden die acht Absolventen aus verschiedenen armen Gebieten der USA, die an der Lateinamerikanischen Medizinhochschule (ELAM) in der Nähe von Kubas Hauptstadt Havanna erfolgreich studiert haben. Sie wurden dabei organisatorisch unterstützt von der Friedensorganisation "Pastors for Peace" und deren ELAM-Medizinbeirat. Damit haben "die ELAM-Absolventen ihren letzten Schritt zur Ausübung ihres Medizinberufes in den USA geschafft", heißt es in einer Meldung der Organisation.

Die ELAM wurde 1999 gegründet, zunächst um Mediziner für die lateinamerikanischen Länder und dort speziell für die Versorgung der armen Bevölkerung kostenlos auszubilden. Bislang hat diese Hochschule etwa 24.000 Ärzte aus 120 Ländern in einer ganzheitlichen Medizin ausgebildet. Neben den klassischen medizinischen Fächern werden sie auch in Sport, Kultur, Ethik und Geschichte der Medizin, Sozialwissenschaften sowie in Spanisch und Englisch unterrichtet. Auch aus den USA kommen junge Menschen aus armen Familien vor allem aus der afroamerikanischen und der Latino-Community, denen in Havanna eine Ausbildung ermöglicht wird, die für sie in den USA unerschwinglich wäre. In einem aktuellen Dokumentarfilm aus den USA wird am Beispiel eines afroamerikanischen Studenten aus Boston gezeigt, wie das Studium an der ELAM funktioniert. Kunle Ekunkonye hat sein Studium im Juli 2016 erfolgreich abgeschlossen und sagt im Interview: "Ich bin dem ELAM-Programm dankbar und hoffe, dass die Leute, wenn sie die Dokumentation sehen, den Humanismus Kubas verstehen und ihn als etwas Großes anerkennen lernen. Kuba demonstriert, was ohne viel Technologie oder Geld getan werden, was mit Ausbildung erreicht werden kann."

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