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05.04.2017 Kolumbien / Menschenrechte

Regierung in Kolumbien leugnet Bedrohung durch Paramilitärs

Paramilitärs sind in Kolumbien weiter aktiv

Paramilitärs sind in Kolumbien weiter aktiv

Bogotá. Die Regierung von Präsident Juan Manuel Santos in Kolumbien hat erneut die Existenz paramilitärischer Gruppierungen in Kolumbien bestritten, so aktuell vor der Interamerikanischen Menschenrechtskommission. Internationale Beobachter sind sich jedoch einig, dass Nachfolgeorganisationen der Paramilitärs in vielen Gebieten Kolumbiens aktiv und für massive Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind.

Zuletzt wurde wieder vermehrt von Angriffen auf Aktivisten und Morddrohungen seitens paramilitärischer Gruppen in vielen Regionen Kolumbiens berichtet. Vor allem in Norte de Santander und Catatumbo sei es zu massenhaften Vertreibungen, selektiven Morden und Drohungen gekommen.

Menschenrechtsverteidiger, Sprecher sozialer Bewegungen, politische Aktivisten und Journalisten werden auch im Jahr 2017 weiterhin von paramilitärischen Gruppen bedroht, eingeschüchtert und ermordet. Zudem wurden wieder zahlreiche Kleinbauern sowie afrokolumbianische und indigene Gemeinschaften von ihrem Land vertrieben.

Laut Menschenrechtsorganisationen ist ein Ende der paramilitärischen Gewalt nur möglich, wenn sämtliche gesellschaftlichen Akteure bereit sind, an einer friedlichen Zukunft zu arbeiten.

Im jährlichen Bericht zur Lage der Menschenrechte kritisiert auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die fortlaufende Straflosigkeit für Menschenrechtsverletzungen durch staatliche Akteure und paramilitärische Gruppierungen. Laut des Berichts ist insbesondere die Sicherheit von Menschenrechtsverteidigern, Landrechts-, Umweltschutz- und Friedensaktivisten sowie Gewerkschaftern in Gefahr.

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