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31.05.2017 Karibik / Umwelt

Karibikstaaten kämpfen gegen Folgen des Klimawandels

Fischer an der Karibikküste von Kolumbien

Fischer an der Karibikküste von Kolumbien

Belmopan, Belize. Der Regionale Fischereimechanismus der Karibik (CRFM) erstellt derzeit einen Klimabericht über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Fischerei. Dabei geht es im Kern darum, Strategien gegen die Auswirkungen der Klimaveränderung zu erarbeiten. Die Fischerei spielt für die Karibikstaaten eine zentrale Rolle. Zum CRFM gehören Anguila, Antigua und Barbuda, Bahamas, Barbados, Belize, Dominica, Granada, Guyana, Haiti, Jamaika, Montserrat, St. Kitts und Nevis, Santa Lucia, Saint Vicent und die Grenadinen, Surinam, Trinidad und Tobago sowie die Turks- und Caicos-Inseln.

Der Bericht, der Ende des Jahres veröffentlicht werden soll, wird sich unter anderem mit der Versauerung der Meere, extremen Klimaereignissen, dem Anstieg des Meeresspiegels und der Meerestemperatur sowie der Rolle der Gesellschaft im Zusammenhang mit Fischfang, Tourismus und Siedlungsbau beschäftigen.

Die Regeneration von Korallengärten und die Wiederbesiedlung von überfischten Gebieten gehören zu den Maßnahmen, die Wissenschaftler der Karibik seit einem Jahrzehnt im Kampf gegen den Klimawandel veranlassen. Für ihre Existenzsicherung sind die Karibikinseln vom maritimen Lebensraum abhängig, der jedoch von voraussichtlich stärker werdenden Hurrikane, Dürreperioden und dem Anstieg des Meeresspiegels und der Korallenbleiche betroffen ist.

Laut dem 2014 veröffentlichten, fünften Bericht des Weltklimarates haben “viele terrestrische, Süßwasser- sowie marine Arten ihre geographischen Verbreitungsgebiete, jahreszeitlichen Aktivitäten, Migrationsmuster, Populationsgrößen und Interaktionen zwischen den Arten in Reaktion auf den anhaltenden Klimawandel verändert”. Diese Phänomene seien auch in der Karibik zu beobachten gewesen.

Laut dem Living Planet Index 2016, einem Indikator für biologische Vielfalt, der von der Umweltschutzorganisation WWF publiziert wird, ist die Population der im Meer lebenden Arten zwischen 1970 und 2012 um 36 Prozent gesunken. Grund sei die Übernutzung, der Verlust und die Verschlechterung von Meereslebensräumen.

Gemeinden der Karibik, deren Lebensunterhalt und Ernährung vom Fischfang abhängen, befinden sich aufgrund des Rückgangs der Fänge in Gefahr. Sollte diese Tendenz anhalten, würde die Wirtschaft vieler Karibiknationen zusammenbrechen.

Unterdessen hat Kuba am 25. April einen neuen staatlichen Plan zur Bekämpfung des Klimawandels bewilligt. Dabei handelt es sich laut der kubanischen Ministerin für Wissenschaft, Technologie und Umwelt, Elba Rosa Pérez, um “Vorschläge für konkretes Handeln, das dazu beizutragen soll, den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken”. Studien haben den Temperaturanstieg auf der Insel, hohe Unbeständigkeit bei tropischen Wirbelstürmen, Veränderungen im Niederschlagsmuster, Zunahme der Häufigkeit und der Dauer von Trockenheiten sowie den beschleunigten Anstieg des Meeresspiegels in den letzten fünf Jahren bestätigt.

Der Plan "Tarea Vida" (Aufgabe Leben) befasst sich unter anderem mit dem Schutz des Lebens der Bevölkerung, der Nahrungsmittelsicherheit und der Entwicklung des Tourismus und räumt ausgehend davon drei besonders gefährdeten Zonen Priorität ein. Für die betroffenen Gebiete beinhaltet der Plan Maßnahmen, um Auswirkungen vor Ort entgegenzuwirken. So etwa soll "der Bau von neuen Wohnungen in Siedlungen an der Küste unterbunden und küstennahe Anbauflächen oder solche, die durch den Eintritt von Meereswasser in das Grundwasser gefährdet sind, verkleinert werden”, erklärte Pérez.

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