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Protest gegen rassistische Kampagne in der Dominikanischen Republik

Protest gegen rassistische Gewalt gegenüber Haitianern und Schwarzen in der Dominikanischen Republik

Protest gegen rassistische Gewalt gegenüber Haitianern und Schwarzen in der Dominikanischen Republik

Santo Domingo. Soziale Aktivisten, Intellektuelle und andere Vertreter der Zivilgesellschaft der Dominikanischen Republik drücken ihre Solidarität mit den aus Haiti stammenden Migranten und ihren Nachkommen aus. Insbesondere den konservativen Medien des Landes werfen sie vor, eine Hasskampagne gegen Migranten aus Haiti zu verbreiten, die von mächtigen politischen und ökonomischen Sektoren betrieben werde. Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehören 131 Aktivisten, darunter Feministinnen, Vertreter der LGBT, Kulturschaffende und Intellektuelle.

Die rechte Propaganda werde von den traditionellen politischen und unternehmerischen Eliten betrieben und spreche von einer haitianischen Invasion. Dies diene dazu, die Haitianer zu Sündenböcken zu machen und von den durch die Regierung verursachten Haushaltsproblemen des Landes abzulenken. Diese Vorgehensweise habe in der Geschichte immer wieder dazu gedient, die Bevölkerung der Insel durch Rassismus zu spalten.

Die Dominikanische Republik schiebt jährlich tausende Haitianer ins ärmste Land Amerikas ab. Menschenrechtsaktivisten berichten immer wieder, dass Haitianer von aufgestacheltem Mob angegriffen werden und heftigem alltäglichem Rassismus ausgesetzt sind. Im Jahr 2015 eskalierte die Konfrontation mit einem Lynchmord an einem Haitianer. Im Rahmen der Verschärfung der Abschiebungsgesetze können nun auch seit mehreren Generationen in der Dominikanischen Republik lebende Haitianer des Landes verwiesen werden. Seitdem weisen Aktivisten auf die rassistische Gesetzgebung und Praxis hin.

Angesichts der aktuellen Proteste gegen die Korruption und der stetig anwachsenden Stärke der Anti-Korruptionsbewegung gehe es den Mächtigen darum, diese soziale Bewegung durch das Schaffen neuer Konflikte zu entkräften, so die Erklärung der Rassismus-Gegner.

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