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Venezuela und Russland einigen sich auf Schuldenumstrukturierung

Die Umstrukturierung der Schulden haben die Präsidenten von Venezuela, Nicolás Maduro (links) und Russland, Wladimir Putin, auch bei ihrem Treffen am 4. Oktober in Moskau besprochen

Die Umstrukturierung der Schulden haben die Präsidenten von Venezuela, Nicolás Maduro (links) und Russland, Wladimir Putin, auch bei ihrem Treffen am 4. Oktober in Moskau besprochen

Moskau/Caracas. Der russische Finanzminister Anton Siluanov hat bekanntgegeben, dass Venezuela seine Schulden gegenüber Russland unter den vorgeschlagenen Bedingungen umstrukturieren wird. Das Abkommen hierzu soll am 15. November unterschrieben werden. Dies wird Venezuela laut Medienberichten zehn Jahre Zeit geben, die Schulden in Höhe von etwa drei Milliarden US-Dollar zurückzuzahlen, wobei der größte Teil in die spätere Phase geschoben werden soll.

Aufgrund der anhaltend schlechten wirtschaftlichen Gesamtsituation in Venezuela sieht sich die Regierung zur Umstrukturierung der Schulden gezwungen, um die enorme Belastung des Haushaltes durch die fälligen Tilgungsraten zu verringern und einen möglichen Zahlungsausfall abzuwenden. Die Auslandsschulden Venezuelas und der staatlichen Unternehmen betragen laut unterschiedlichen Schätzungen zwischen 130 und 143 Milliarden US-Dollar. Das staatliche Stromunternehmen Corpoelec ist vergangene Woche angeblich bereits in Zahlungsverzug geraten und kam einer Rückzahlungsforderung in Höhe von 650 Millionen US-Dollar nicht nach.

Für den heutigen Montag hatte hat Präsident Nicolás Maduro ein Treffen mit den privaten Gläubigern angesetzt, das von einer Präsidialkommission unter Vizepräsident Tareck El Aissami geführt werden soll. Noch im Mai hatte Venezuela der Investmentbank Goldman-Sachs Anleihen des staatlichen Erdölunternehmens PDVSA mit Renditeaussichten von 38 Prozent verkauft, um sich frisches Kapital zu verschaffen. Im Moment verschärfen jedoch US-Sanktionen die Lage, die es Anlegern aus den USA verbieten, neue Anleihen Venezuelas aufzunehmen.

Die Vervierfachung der Zinsen für venezolanische Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit innerhalb des letzten Monats und der Absturz des Handelspreises venezolanischer Staatsanleihen in der letzten Woche am Sekundärmarkt auf ein historisches Tief lassen darauf schließen, wie dringend das Bedürfnis der Regierung nach frischem Kapital ist und wie gering die Erwartungen an der Börse sind, dass Venezuela seine Krise meistern wird.

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