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18.11.2017 Ecuador / Politik

Gericht in Ecuador gibt Verfahren gegen Vizepräsident Glas statt

Sieht sich als Opfer politischer Justiz in Ecuador: Vizepräsident Jorge Glas

Sieht sich als Opfer politischer Justiz in Ecuador: Vizepräsident Jorge Glas

Quito. In Ecuador ist offiziell Anklage gegen Vizepräsident Jorge Glas und weitere zwölf Personen erhoben worden, darunter ein Onkel von Glas und hochrangige Funktionäre. Richter Miguel Jurado vom Nationalen Gerichtshof gab damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Den Beschuldigten wird die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Sie sollen an Korruptionsvorgängen im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe an den brasilianischen Baukonzern Odebrecht beteiligt sein. Glas soll zu seiner Amtszeit als Infrastrukturminister rund 13,5 Millionen US-Dollar Bestechungsgelder erhalten haben.

Bei einer Verurteilung sähen die Angeklagten Gefängnisstrafen von drei bis fünf Jahren entgegen. Das Verfahren geht jetzt an den Gerichtshof, der für das folgende Ermittlungsverfahren drei Richter bestimmen muss.

Zusätzlich zu dem Beschluss der Anklageerhebung ordnete der Richter die Einziehung von Geld, Aktien und weiterem Eigentum der Beschuldigten im In- und Ausland an.

Im Gespräch mit Medienvertretern warf der Verteidiger von Glas’ Onkel Ricardo Rivera dem Gericht vor, seinen Beschluss auf der Grundlage von Vermutungen zu begründen, statt Fakten zu folgen. Dies sei nicht zulässig. So habe es keinen Nachweis einer Verbindung im Zusammenhang mit der Korruption zwischen dem Onkel von Glas und dem Vizepräsidenten selbst gegeben.

Glas hat dem Gericht indes in einem offenen Brief an seine Kinder vorgeworfen, ihn ohne Beweise verhaftet zu haben und nun aus unlauteren Gründen ein Verfahren gegen ihn zu eröffnen. Er drückt aber auch seine Hoffnung aus, dass sich am Ende rechtsstaatliche Prinzipien durchsetzen.

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