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22.11.2017 Kolumbien / Wirtschaft

Auslandsverschuldung von Kolumbien angestiegen

Präsident Juan Manuel Santos hat Kolumbien weiter verschuldet

Präsident Juan Manuel Santos hat Kolumbien weiter verschuldet

Lizenz: CC

Bogotá. In den letzten Jahren ist die kolumbianische Auslandsverschuldung merklich gestiegen. Grund dafür ist nicht nur der gesunkene Erdölpreis auf dem Weltmarkt, so eine Analyse des Strategischen Zentrums Lateinamerikas für Geopolitik (Celag) . Diese Erkenntnis ergibt sich aus einem Blick in die Daten der kolumbianischen Zentralbank (Banrep). Demnach stieg die Auslandsver­schuldung zwischen 2013 und 2016 von 24,2 Prozent auf 42,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Dem­nach veränderte sich der sektorübergreifende Schuldenstand von rund 92,1 Milliarden US-Dollar auf gut 120 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 30,5 Prozent entspricht. Dem gegenüber steht ein Wirtschaftswachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, von unter zehn Prozent nach Angaben der Weltbank.

Als Ursachen dieser Entwick­lung werden neben dem Sturz des Erdölpreises von 22,9 Prozent zwischen 2013 und 2016 auch ein Rückgang des Anteils des Industriesektors am BIP, ein Zuwachs des Anteils des Primärsektors sowie Defizite der Leistungs- und Handelsbilanz sowie Kapitalflucht angeführt. Während das verarbeitende Gewerbe an Bedeutung für das BIP verlor, legte die Landwirtschaft leicht zu, wodurch die kolumbianische Wirtschaft interna­tional an Wettbewerbsfähigkeit verloren habe, so Celag. Zudem stieg das Handelsdefizit zwischen 2013 und 2016 von 0,1 Prozent auf 4,5 Prozent.

Mithin fehlen dem Staat Devisen, die für eine Reinvestition in die eigene Wirtschaft benötigt werden. Ferner wird Kapitalflucht beklagt, da im Land ansässige ausländische Firmen ihre Gewinne zunehmend an deren Hauptquartiere abführen anstatt sie vor Ort zu investieren.

Kontinuierlich ansteigende Dollarreserven weisen laut Celag darauf hin, dass die Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos versucht, dieser Ent­wicklung mit international aufgenommenen Dollarkrediten entgegenzuwirken. Die damit verbundene Zinsbelastung bringe demnach mit sich, dass die kolumbianische Wirtschaft externen Zinsschocks im­mer schutzloser gegenüber stünde. Zudem würden die angefragten US-Dollar nicht gewinnbringend an­gelegt.

Nach Angaben der Tageszeitung El País steht die Auslandsverschuldung in diesem Jahr bereits bei 40,1 Prozent. Die Nachrichtenagentur fügt jedoch an, dass 70 Prozent der Schulden langzeitfinanziert sind und somit keine Gefahr für die wirtschaftlichen Bilanzen des Staates darstellen. Die Daten der Banrep und der Welt­bank, die jeweils über 80 Prozent für 2013 und 2016 ausweisen, stützen diese Aussage.

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