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Neue Ergebnisse im Fall ermordeter Umweltaktivistin in Chile

Macarena Valdes starb während ihres Engagements gegen ein Wasserkraftwerk in Chile

Macarena Valdes starb während ihres Engagements gegen ein Wasserkraftwerk in Chile

Quelle: radio.uchile.cl

Panguipulli. Nach dem gewaltsamen Tod einer Umweltaktivistin in Chile hat ein neues Gutachten Zweifel an der bisher von der Staatsanwaltschaft verfolgten Suizidthese geschürt. Die Aktivistin Macarena Valdés hatte sich bis zu ihrem Tod vor eineinhalb Jahren in der Nähe der Gemeinde Panguipulli gegen den Bau und Betrieb eines Wasserkraftwerks eingesetzt hatte. Das Projekt wurde von der österreichischen Firma RP Global und der chilenischen Firma Saesa vorangetrieben, mittlerweile ist das Kraftwerk in Betrieb.

Am 22. August 2016 fand ihr elfjähriger Sohn Valdés in ihrem Haus erhängt auf. Nur einen Tag zuvor waren sie und ihr Ehemann Ruben Collio von Unbekannten wegen ihres Einsatzes gegen das Wasserkraftwerk bedroht worden. "Am 21. haben sie dem Eigentümer des Grundstücks, auf dem wir wohnen, gesagt, dass, wenn er uns nicht rauswerfen würde, uns etwas sehr schlimmes passieren würde, weil es Leute gebe, die uns Schaden zufügen wollten. Am nächsten Tag fand man Macarena erhängt in unserem Haus, ohne Erklärung", so Collio zu dem Radiosender UChile.

Die chilenische Militärpolizei, der rechtsmedizinische Dienst des Justizministeriums (SML) und die Staatsanwaltschaft in Panguipulli legten sich dennoch schnell auf die Suizidthese fest. Dies bestätigte der SML nach einer Autopsie. Zweifel bestanden allerdings nicht nur von Seiten von Mitstreitern und Familienangehörigen. Nach Beschwerden und Einwürfen der Familie wurde am 25. September 2017, also über ein Jahr nach Valdés’ Tod, ihre Leiche exhumiert, um sie einer zweiten Autopsie zu unterziehen. Die erste Untersuchung hatte die Selbstmordthese nicht zweifelsfrei belegen können. Die neuen Ergebnisse wurden nun am Montag dieser Woche der Staatsanwaltschaft Panguipulli übergeben. Luis Ravanal, der die Autopsie durchgeführt hatte, erklärte gegenüber UChile, es gebe keinen Hinweis dafür, dass Valdés erstickt sei. Sie sei offenbar schon tot gewesen, als sie erhängt wurde.

Damit scheint die These eines Selbstmordes vom Tisch. Allerdings konnte nun immer noch nicht geklärt werden, wie und durch wen die Umweltaktivistin zu Tode kam und ob ihr Engagement gegen das Wasserkraftwerk damit in Verbindung steht.

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