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16.03.2018 Mexiko / Kultur / Menschenrechte

Schauspieler Gael García Bernal klagt Normalisierung der Gewalt in Mexiko an

Der Schauspieler Gael García Bernal, hier bei der Oscar-Verleihung im vergangenen Jahr, beklagt vor der UNO "Normalisierung" der Gewalt in Mexiko

Der Schauspieler Gael García Bernal, hier bei der Oscar-Verleihung im vergangenen Jahr, beklagt vor der UNO "Normalisierung" der Gewalt in Mexiko

Genf. Der mexikanische Schauspieler und Filmemacher Gael García Bernal hat seine Teilnahme am Internationalen Filmfestival und Forum für Menschenrechte in Genf genutzt, um die "Normalisierung" der Gewalt in Mexiko anzuklagen, die er als "unser größtes Scheitern als Volk" bezeichnete. Während im Palast der Nationen der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen tagte,  forderte der 39-Jährige am Dienstag die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf die mexikanische Regierung auszuüben, um Korruption und Gewalt entgegenzuwirken. "Wenn eines klar ist, dann, dass mexikanische Politiker handeln, wenn Druck von außen kommt."

Im Rahmen des 2006 begonnenen Drogenkrieges sind mehr als 200.000 Menschen getötet worden und 30.000 weitere verschwunden. 2017 wurde mit mehr als 25.000 Morden der traurige Höhepunkt dieser Entwicklung erreicht. In diesem Zusammenhang sprach Bernal von einer "verlorenen Generation", die Erinnerungen an die Jahre der Militärdiktaturen und schmutzigen Kriege in Südamerika wachrufen würden.

Als eines der größten Probleme identifizierte der Schauspieler die andauernde und systematische Straflosigkeit von Gewaltverbrechen in Mexiko, die dem "Erhalt des Status Quo" diene. Deren Aufklärungsquote liegt bei nur zwei Prozent. Dazu kommt, dass aufgrund des Misstrauens in die Behörden 93 Prozent aller Delikte erst gar nicht angezeigt werden. Daher engagiert sich Bernal im Rahmen der Kampagne #FiscalíaQueSirva für den Aufbau einer unabhängigen und effizienten Staatsanwaltschaft, die nach rechtsstaatlichen Prinzipien arbeiten und so das Vertrauen der Bevölkerung wiedergewinnen soll.

Angesichts der Wahlen im Juli diesen Jahres bekräftigte Bernal: "Es steht viel auf dem Spiel. Der Moment für Veränderung ist gekommen."

Bekannt ist der Schauspieler unter anderem durch seine Rollen in sozialkritischen Filmen wie etwa Amores Perros, Und dann der Regen, Die Reisen des jungen Che oder No.

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