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Kuba: "Wir lassen uns nicht von den USA erpressen"

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Auch vom alternativen Gipfel in Lima bekam Kuba Unterstützung
Auch vom alternativen Gipfel in Lima bekam Kuba Unterstützung

Lima. Nach den scharfen Angriffen von US-Vizepräsident Mike Pence beim 8. Amerika-Gipfel in der peruanischen Hauptstadt Lima hat Kubas Außenminister Bruno Rodríguez Stellung bezogen. "Erwarten Sie nicht, dass Kuba auch nur einen Millimeter von seinen Prinzipien abweicht oder aufhören wird, den Sozialismus aufzubauen", so Rodríguez am Samstag. 

In seiner Rede auf der Plenarsitzung hatte Pence vor allem Kuba und Venezuela attackiert. Kuba sei ein "müdes kommunistisches Regime", dass seine eigene Bevölkerung verarme und ihr fundamentale Rechte vorenthalte. Im Falle Venezuelas sagte er, die USA müssten "viel mehr tun". Venezuela solle noch weiter isoliert werden. Zudem verurteilte Pence Kuba für den "Export einer gescheiterten Ideologie in die Region".
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wurde auf Druck der USA bereits im Vorfeld von dem Gipfel ausgeschlossen, während sich Kubas Präsident Raúl Castro spontan gegen eine Teilnahme entschloss. Außenminister Rodríguez bezeichnete es als "vollkommen undemokratisch" und einen "Affront gegen alle Völker unseres Amerikas", dass der venezolanische Präsident vom Gipfel ausgeschlossen wurde und keine Möglichkeit habe, zu den Anschuldigungen des US-Vizepräsidenten Stellung zu beziehen. Das moralische Vakuum der USA könne kein Vorbild für Lateinamerika und die Karibik sein, sagte er weiter.
Rodríguez warnte zudem vor dem Einsatz unilateraler Sanktionen. Es bestehe die Gefahr einer Rückkehr zu Gewaltmaßnahmen und Militärputschen. Der kubanische Außenminister kritisierte darüber hinaus den zunehmenden Rassismus und die steigende Anzahl der Armen und der Gewaltkonflikte in den Vereinigten Staaten. "Es ist eine Schande für die Menschheit, dass in diesem Land des extremen Reichtums Millionen Menschen in Armut leben", so Rodríguez.
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