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Ermittlungen wegen Geldwäsche gegen drei Ex-Präsidenten in Peru

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Alan García, Alejandro Toledo, Pedro Pablo Kuczynski (v.l.n.r.), Ex-Präsidenten von Peru
Alan García, Alejandro Toledo, Pedro Pablo Kuczynski (v.l.n.r.), Ex-Präsidenten von Peru

Lima. Die Generalstaatsanwaltschaft in Peru hat gegen die Ex-Präsidenten Alan García (1985-1990 und 2006-2011), Alejandro Toledo (2001-2006) und Pedro Pablo Kuczynski (2016-2018) Ermittlungen wegen Geldwäsche eingeleitet. Die Politiker sollen während ihrer Wahlkämpfe von dem brasilianischen Bauunternehmen Odebrecht höhere, nicht deklarierte Spenden erhalten haben. Dies gehe aus den Aussagen des ehemaligen Peru-Verantwortlichen des Unternehmens, Jorge Barata, hervor.

Wie die Behörde mitteilte, laufen die Ermittlungen gegen jeden der ehemaligen Präsidenten in drei getrennten Fällen, in denen je eine weitere Vermittlerperson hauptverdächtig sei: García und Luis Alva Castro, Toledo und Avraham Dan On sowie Kuczynski und die ehemalige Botschafterin Perus in Großbritannien, Susana de la Puente. Alle Verdächtigen seien über die Einleitung der Ermittlungen informiert worden. Die Aussagen Baratas sind demnach bereits im Februar in Brasilien von der Staatsanwaltschaft Perus aufgenommen worden.

Die drei ehemaligen Staatsoberhäupter sollen laut Barata in ihren geführten Wahlkämpfen jeweils zwischen 200.000 und 700.000 US-Dollar Spenden von dem brasilianischen Konzern erhalten haben.  

Darüber hinaus soll die zweimalige rechtsgerichtete Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori Wahlkampfgelder von Odebrecht angenommen haben. Barata gibt diese für 2011 mit drei Millionen sowie 2016 mit 1,2 Millionen US-Dollar an.

Kuczynski war vergangenen März auf öffentlichen Druck wegen Korruptionsvorwürfen in Verbindungen zu Odebrecht zurückgetreten und so einem Amtsenthebungsverfahren zuvorgekommen.

Wie über die letzten Jahre bekannt wurde, hat der Konzern Odebrecht in den meisten südamerikanischen Ländern versucht, vor allem mit Geldspenden politisch Einfluss zu nehmen.

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