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Kuba: Präsident Díaz-Canel macht Havanna zur Chefsache

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Kubas Haupstadt Havanna feiert in diesem Jahr ihr 500-jähriges bestehen
Kubas Haupstadt Havanna feiert in diesem Jahr ihr 500-jähriges bestehen

Havanna. Eine von Kubas Staatschef Miguel Díaz-Canel geschaffene Regierungsgruppe zur Unterstützung der Hauptstadt soll den Behörden in Havanna ab sofort bei der Lösung angehäufter Probleme zur Seite stehen. Neben dem Wohnungsbau geht es auch um die Verbesserung kommunaler Dienstleistungen wie Müllentsorgung und um die soziale Infrastruktur.

Mit Blick auf die kommende Fünfhundertjahrfeier im November 2019 hat Díaz-Canel die Hauptstadt zur Chefsache gemacht. Zu groß seien die anstehenden Aufgaben, zu häufig die lokalen Behörden überfordert, so der Präsident beim ersten Treffen der Gruppe am Samstag. Die verschiedenen Zuständigkeiten werden nun durch die Regierungsgruppe gebündelt. In regelmäßigen Treffen soll zudem ein neues Stadtkonzept für Havanna entwickelt werden.

Der Wohnungsbau in der Hauptstadt müsse Fahrt aufnehmen. Dazu soll auch verstärkt die Korruption in Sachen Baumaterialien zurückgedrängt werden. Gerade beim Verkauf subventionierter Materialien an dafür berechtigte Familien gebe es häufig Versorgungsschwierigkeiten aufgrund der Korruption. Höhere Preise als die staatlich festgelegten seien keine Seltenheit. Diese "skrupellosen Praktiken" müssten aufhören, so der Präsident. Der Rechnungshof versprach in Zukunft regelmäßige unangekündigte Kontrollen. Am vergangenen Sonntag wurden bei einer unangekündigten Kontrolle im Stadtteil La Lisa 36 Personen wegen Unterschlagung und Diebstahl beim Verkauf von Baumaterialien festgenommen.

In den kommenden Jahren sollen die Straßen, Brücken, Bushaltestellen und die Uferpromenade erneuert werden. Derzeit läuft bereits ein Programm zum Austausch alter Aufzüge in den Hochhäusern. Zudem soll die Produktion von Farbe und anderen Baumaterialien ansteigen.

Bei der Müllentsorgung gibt es seit Jahren Probleme. Neue Mülltonnen werden häufig schnell beschädigt oder gestohlen und der Nachschub reichte nicht aus, um hier eine spürbare Verbesserung zu erreichen. Aus diesem Grund sollen zunächst 3.000 neue Mülltonnen installiert werden und ein neues Programm zur Schaffung von mehr Umweltbewusstsein bei der Bevölkerung aufgelegt werden. Die soziale Infrastruktur Havannas wird derzeit umfassend saniert, die Arbeiten an 44 Arztpraxen, neun Kindertagesstätten, drei Polikliniken und einigen weiteren Einrichtungen wurden bereits abgeschlossen.

Unter dem Motto "Kuba genießen" ist am Samstag ein großes sommerliches Kultur- und Freizeitprogramm in den Vierteln gestartet worden. Zum Angebot gehören neben Theater- und Kleinkunstaufführungen auch Straßenfeste und die Eröffnung neuer Freizeiteinrichtungen. Zudem wird das nationale Aquarium restauriert werden und im Sommer dann auch Nachts geöffnet haben. Die Sporteinrichtungen sowohl für den professionellen als auch für den Amateursport werden saniert.

Wie Parlamentspräsident Esteban Lázo betonte, soll mit dem anstehenden 500. Jubiläum auch ein Bewusstseinswandel in der Stadt eingeleitet werden. Mit umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit in den Medien solle die Bevölkerung über die neuen Projekte informiert und dem Vandalismus vorgebeugt werden.

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