Milliardenkredit aus China für staatliches Erdölunternehmen in Venezuela

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Fünf Milliarden US-Dollar aus China sollen helfen, die Erdölindustrie in Venezuela wieder anzukurbeln
Fünf Milliarden US-Dollar aus China sollen helfen, die Erdölindustrie in Venezuela wieder anzukurbeln

Peking/Caracas. Die chinesische Entwicklungsbank hat Venezuela einen Kredit in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar für die Erdölindustrie gewährt. Die Finanzmittel sollen es dem südamerikanischen Land ermöglichen, die Entwicklung seiner Schlüsselindustrie wieder zu verbessern und auch die Zusammenarbeit beider Länder weiter auszubauen. Dies berichtet die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina.

Der venezolanische Finanzminister Simon Zerpa lobte die bilateralen Beziehungen und sagte, die Präsidenten von China, Präsident Xi Jinping, und Venezuela, Nicolás Maduro, hätten erst kürzlich in einem Gespräch ihren Willen bekundet, die Beziehungen weiter zu verstärken.

Solche Verbindungen erlaubten es, alternative internationale Handelsnetzwerke und Finanzsysteme aufzubauen, die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit über den von den USA geschaffenen Rahmen hinaus eröffneten, sagte Zerpa gegenüber Prensa Latina. Dies geschehe vor dem Hintergrund, dass die US-Regierung versuche, Venezuela mit Wirtschaftssanktionen "zu ersticken".

Zerpa hält sich derzeit gemeinsam mit Mitarbeitern seines Ministeriums sowie Vertretern der Zentralbank von Venezuela und des staatlichen Erdölunternehmens PdVSA in Peking auf und trifft dort mit chinesischen Regierungs- und Wirtschaftsvertretern zusammen.

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Venezuelas Erdölproduktion ist in den vergangenen Jahren stark gesunken und erreichte im Juni mit 1,36 Millionen Barrel pro Tag einen historischen Tiefstand, was zu erheblichen Haushaltsproblemen für das vom Erdölexport abhängige Land führte.

Der Produktionsrückgang ist zum Teil auf die Korruption innerhalb des Staatsunternehmens zurückzuführen. Elf Führungskräfte sind bislang im Rahmen einer umfangreichen Anti-Korruptionsermittlung verhaftet worden.

Auch fehlende Investitionen in die Infrastruktur haben zum Rückgang der Produktion beigetragen. Im vergangenen Monat bot eine Gruppe besorgter Techniker aus anderen Branchen mit Verweis auf die Personal- und Instandhaltungsprobleme der PdVSA einen "freiwilligen Wartungs- und Reparatureinsatz" in der Paraguana-Raffinerie an.

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